So bewertet Wahlstups
Keine Blackbox: Hier stehen alle Gewichtungen, Bewertungen und Quellen, aus denen die Ergebnisse berechnet werden — komplett, ungefiltert und zum Download.
Das Bewertungsmodell
1. Scores sind redaktionelle Einschätzungen, keine Messwerte. Pro Thema × Partei vergeben wir einen Basis-Score von −2 bis +2 in halben Schritten: Wie wirken die Programm-Positionen der Partei auf Menschen, denen dieses Thema wichtig ist? Abgestuft wird nach belegbaren Kriterien: Verbindlichkeit (Garantie vs. Prüfauftrag vs. Haushaltsvorbehalt), Konkretheit (Zahlen, Fristen, Finanzierung), Umfang der Instrumente und Landeszuständigkeit. Jede Bewertung braucht eine Quelle und wird vor Freigabe von einem Menschen geprüft. Ein Minus vergeben wir nur bei belegter Gegenwirkung: wenn eine Partei ein bestehendes Instrument zurückbauen oder streichen will oder ihm ausdrücklich die Mittel verweigert. Dass eine Partei zu einem Thema wenig sagt oder im Vergleich hinten liegt, ergibt eine 0 — kein Minus. Genauso 0: reine Ziele ohne Instrumente, Beträge und Fristen.
2. Bei manchen Themen streiten die Parteien über die Richtung. Ein Thema wie „Zuwanderung & Integration" oder „Landeshaushalt & Finanzen" benennt ein Politikfeld, kein Ziel — ein „mehr davon", das für alle dasselbe bedeutet, gibt es dort nicht. Solche Themen bekommen absichtlich eine neutrale Basis-Bewertung; die Richtung entsteht erst aus deiner Antwort auf die Haltungsfrage des Themas. Eine Basis nahe 0 heißt hier also nicht, dass die Partei keine Position hätte — sie heißt, dass wir dir die Richtung nicht unterschieben.
3. Persönliche Lage via Modifier. Wo eine Position je nach Lebenslage unterschiedlich wirkt (z. B. Miete vs. Eigentum), verschiebt ein Modifier den Score um ±0,5 bis ±2 — in beide Richtungen begründet, die Beträge dürfen dabei unterschiedlich sein; alle Modifier stehen mit Begründung in den Tabellen unten. Basis + Modifier wird auf −3…+3 begrenzt: Der Modifier darf also einen Punkt über die redaktionelle Skala hinauswirken. „Keine Angabe" aktiviert keine Modifier.
4. Rechnung. Für deine gewählten Themen wird pro Partei der Mittelwert der (ggf. modifizierten) Scores gebildet und normiert: Übereinstimmung = (Ø Score + 3) / 6 × 100 %. Der Prozentwert ist also ein normierter Übereinstimmungsgrad — kein gemessener Fakt. 100 % heißt entsprechend: Das Programm ist zum Thema maximal positiv bewertet und wirkt sich für deine Angaben zusätzlich günstig aus. Ein Programm mit Bestnote, das deine Lage nicht besonders begünstigt, landet bei 83 %. Diese Kopffreiheit ist Absicht — vorher wurde bei ±2 gekappt, und dadurch teilten sich regelmäßig mehrere Parteien den ersten Platz, obwohl ihre Programme unterschiedlich sind. Umgekehrt erscheint ein Score von 0 („keine erkennbare Positionierung") als 50 % — auch die letztplatzierte Partei kann deshalb nahe 50 % liegen, wenn kein Programm belegt gegen ein Thema arbeitet. Die Ergebnisseite zeigt darum zu jeder Partei zusätzlich den Platz im Feld („Platz 2 von 7"): Für den Vergleich zählt die Reihenfolge mehr als der Prozentwert allein.
5. Fragenauswahl & Gründlichkeit. Jedes Thema gewichtet bis zu 4 persönliche Parameter (Gewicht 1–3). Bei mehreren Themen werden die Gewichte pro Parameter summiert; gefragt werden die höchstgewichteten. Die Haltungsfrage eines Themas (Punkt 2) wird dabei immer zuerst gestellt, unabhängig von der Gewichtssumme — sonst könnte ein breit gestreuter Parameter sie verdrängen, und das Thema fiele stillschweigend auf seine neutrale Basis zurück. Wie viele, bestimmst du selbst am Quiz-Start („Schnell / Normal / Gründlich" — hier: 2 Themen/3 Fragen, 3/5 bzw. 5/9). Weniger Gründlichkeit heißt also nicht andere Bewertungen, sondern: nur die relevantesten Themen und Fragen kommen dran.
6. Belastbarkeit. Jede Bewertung trägt eine Einstufung — sie sagt, woher der Beleg kommt, nicht wie sicher wir uns beim Urteil sind: gut belegt (aktuelles Wahlprogramm oder beschlossene offizielle Landes-Position), übertragen (Bundes-/ältere Position oder Presse mit direktem Zitat), unsicher (indirekte Presse, Zusammenfassungen Dritter).
7. Was gespeichert wird. Dein Ergebnis wird anonym gespeichert — ohne Namen, ohne Konto, ohne Zuordnung zu dir — und automatisch wieder gelöscht, bei dieser Wahl nach 30 Tagen. Danach führt auch dein Ergebnis-Link ins Leere.
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026
Sachsen-Anhalt · Wahl am 2026-09-06 · Stand: nur redaktionell freigegebene Bewertungen
Score-Matrix
| Thema | CDU | AfD | SPD | Die Linke | Grüne | FDP | BSW |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Zuwanderung & Integration | +1 | +1 | +0 | +1 | +0,5 | +0,5 | +1,5 |
| 2. Schule & Bildung | +0,5 | -1 | +1 | +1,5 | +0,5 | +0 | +0 |
| 3. Arbeit, Löhne & Wirtschaft | +0,5 | +0,5 | +1 | +1,5 | +1 | +0,5 | +0,5 |
| 4. Ärzte, Kliniken & Pflege | +0,5 | +1 | +1,5 | +2 | +1 | -0,5 | +0,5 |
| 5. Bus, Bahn & Straßen | +0,5 | +0,5 | +1,5 | +1 | +2 | +1 | +0 |
| 6. Polizei & Sicherheit | +1,5 | +1 | +0 | +1 | +0,5 | +0,5 | +0,5 |
| 7. Rente, Löhne & bezahlbares Leben | +0 | +0,5 | +0,5 | +1,5 | +0,5 | -0,5 | +1 |
| 8. Strompreise & Energiewende | +0 | -0,5 | +1 | +1,5 | +1 | -0,5 | +0 |
| 9. Demokratie & Vertrauen in den Staat | +0,5 | -0,5 | +0,5 | +1,5 | +1 | +1 | +0,5 |
Spaltenreihenfolge: angelehnt an die Stärke bei der letzten Landtagswahl — sie ist keine Rangfolge unserer Bewertung. Liegen im Ergebnis mehrere Parteien gleichauf, teilen sie sich den Platz („gleichauf"); die Reihenfolge innerhalb eines Gleichstands ist neutral gemischt und trägt keine Aussage.
Fragen-Gewichte pro Thema
| 1. Zuwanderung & Integration | Wohnort (2) · Haltung zur Zuwanderung (3) — Haltungsfrage, wird immer gefragt |
| 2. Schule & Bildung | Altersgruppe (2) · Wohnort (2) · Kinder im Haushalt (3) · Haltung zur Schulstruktur (3) — Haltungsfrage, wird immer gefragt |
| 3. Arbeit, Löhne & Wirtschaft | Wohnort (2) · Haushaltseinkommen (2) · Erwerbsstatus (3) · Haltung zur Wirtschaftspolitik (3) — Haltungsfrage, wird immer gefragt |
| 4. Ärzte, Kliniken & Pflege | Altersgruppe (2) · Wohnort (3) · Alltagswege (1) · Gesundheit & Pflege (3) |
| 5. Bus, Bahn & Straßen | Altersgruppe (1) · Wohnort (2) · Haushaltseinkommen (2) · Alltagswege (3) |
| 6. Polizei & Sicherheit | Altersgruppe (1) · Wohnort (2) · Haltung zur inneren Sicherheit (3) — Haltungsfrage, wird immer gefragt |
| 7. Rente, Löhne & bezahlbares Leben | Haushaltseinkommen (3) · Erwerbsstatus (2) · Kinder im Haushalt (1) · Wohnform (2) |
| 8. Strompreise & Energiewende | Wohnort (2) · Haushaltseinkommen (2) · Wohnform (2) · Haltung zur Energiepolitik (3) — Haltungsfrage, wird immer gefragt |
| 9. Demokratie & Vertrauen in den Staat | Altersgruppe (2) · Wohnort (2) · Haltung zur Demokratie (3) — Haltungsfrage, wird immer gefragt |
Alle Bewertungen im Detail
Pro Thema aufklappen: Begründung, Belastbarkeit, Modifier und Quellen jeder Bewertung.
1. Zuwanderung & Integration 7 Bewertungen
Die CDU stützt sich auf bereits vollzogene Landesmaßnahmen: eingeführte Bezahlkarte mit einer Bargeldobergrenze von 50 Euro, Schließung der Erstaufnahmestandorte Bernburg, Blankenburg, Merseburg und Oberharz am Brocken sowie der Landesaufnahmeeinrichtung Magdeburg. Für die kommende Wahlperiode kündigt sie die Inbetriebnahme der Abschiebungssicherungseinrichtung des Landes im Jahr 2027 an, dazu leistungsfähigere Ausländerbehörden, eine zentrale Erstaufnahme und eine Bundesratsinitiative zur Einstufung Syriens und des Irak als sichere Herkunftsstaaten; freiwillige Aufnahmeprogramme sollen beendet und der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte weiter ausgesetzt bleiben. Ziel ist, die irreguläre Migration „auf null“ zurückzuführen. Unter „Migration mit Augenmaß“ hält das Programm fest, dass Zugewanderte, die arbeiten und ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten, willkommen sind; für qualifizierte Fachkräfte sind unbürokratische Zuwanderungserleichterungen vorgesehen, und die Hochschulen sollen internationale Studierende mit Bindungs- und Integrationsinstrumenten im Land halten. Ein eigenes Landesintegrationsprogramm mit Sprachkurs-, Beratungs- oder Betreuungszusagen nennt das Programm nicht.
Modifier Wohnort = In einer kleineren Stadt außerhalb des Reviers (z. B. Dessau-Roßlau, Wittenberg, Stendal, Halberstadt): +0,5 — Die im Programm als Erfolg aufgeführte Schließung der Erstaufnahmestandorte Bernburg, Blankenburg, Merseburg und Oberharz am Brocken betrifft ausschließlich Standorte außerhalb der Großstädte; für die betroffenen Mittelstädte ist das eine konkrete Veränderung vor Ort (PDF-S. 8, gedruckt S. 7).
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Zuwanderung stärker begrenzen: +1 — Das Programm benennt terminierte Landesinstrumente: Abschiebungssicherungseinrichtung 2027, dauerhaft abgesicherte Bezahlkarte mit 50-Euro-Bargeldobergrenze, geschlossene Erstaufnahmestandorte, zentrale Erstaufnahme und eine Bundesratsinitiative zu Syrien und Irak als sicheren Herkunftsstaaten (PDF-S. 8, gedruckt S. 7).
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Integration und Teilhabe stärken: -0,5 — Auf der Teilhabeseite stehen ein Bekenntnis zu arbeitenden Zugewanderten, Erleichterungen für qualifizierte Fachkräfte und Bindungsinstrumente der Hochschulen (PDF-S. 9 und 18, PDF-S. 76). Dem stehen Einschränkungen gegenüber: freiwillige Aufnahmeprogramme sollen enden und der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte weiter ausgesetzt bleiben (PDF-S. 8); ein Landesprogramm für Sprache, Beratung oder Betreuung enthält das Kapitel nicht.
Die AfD legt mit 43 durchnummerierten Punkten das umfangreichste Migrationskapitel im Feld vor. Auf Landesebene will sie die Aufnahme illegal aus sicheren Drittstaaten Eingereister und von Personen mit ungeklärter Identität verweigern, Zuzugsstopps für überforderte Kommunen nach § 12a Aufenthaltsgesetz verhängen, im Notfall einen landesweiten Aufnahmestopp als Ultima Ratio erklären, Asylsuchende zentral statt dezentral unterbringen, Meldestellen flächendeckend mit Dokumentenprüfgeräten ausstatten, mitgeführte Vermögenswerte zur Deckung der Versorgungskosten heranziehen und eine Task Force für Abschiebungen einrichten, die Abschiebeflüge selbst organisiert. Über Bundesratsinitiativen sollen das Grundrecht auf Asyl und der subsidiäre Schutzstatus abgeschafft werden. Auf der Teilhabeseite sieht das Programm Streichungen vor: Sachleistungen statt Geldleistungen, Entzug der Landesförderung für die als „Asyl- und Integrationsindustrie“ bezeichneten Strukturen und ein Ende der als „Willkommenspropaganda“ bezeichneten Öffentlichkeitsarbeit. Ein eigenes Rückkehrprogramm richtet sich an ausgewanderte deutsche Fachkräfte.
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Zuwanderung stärker begrenzen: +1,5 — Das Kapitel ist auf Begrenzung und Rückführung ausgerichtet und unterlegt sie mit eigenen Landesinstrumenten: Aufnahmeverweigerung bei ungeklärter Identität, kommunale Zuzugsstopps nach § 12a AufenthG, landesweiter Aufnahmestopp als Ultima Ratio, zentrale Unterbringung, Dokumentenprüfgeräte, Vermögensheranziehung und eine Task Force, die Abschiebeflüge selbst organisiert (S. 26–51, Punkte 1–43).
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Integration und Teilhabe stärken: -2 — Auf der Teilhabeseite sieht das Programm ausdrücklich Streichungen vor: Sachleistungen statt Geldleistungen, „Asyl- und Integrationsindustrie den Geldhahn zudrehen“, Ende der als „Willkommenspropaganda“ bezeichneten Öffentlichkeitsarbeit und Abschaffung des subsidiären Schutzstatus (S. 36–37, Punkte 19–21).
Die SPD behandelt Zuwanderung im Arbeitskapitel und begründet sie mit dem Fach- und Arbeitskräftemangel: Migration soll geordnet, gestaltet und integrationsorientiert erfolgen, Arbeitsverbote lehnt das Programm ab. Genannt sind die Weiterentwicklung des Welcome Center Sachsen-Anhalt zu einer Agentur für Gewinnung und Integration ausländischer Fachkräfte, ergänzende Landes-Sprachförderung dort, wo Bundesangebote nicht ausreichen, beschleunigte Anerkennungsverfahren, ein Job-Buddy-Programm, gestärkte kommunale Koordinierungsstellen und ein durch Monitoring begleitetes Landesintegrationskonzept; Kitas und Schulen benennt es als Schlüsselorte der Integration und lehnt das Absondern zugewanderter Schülerinnen und Schüler ab. Zur Frage, wie Zuwanderung gesteuert, begrenzt oder vollzogen wird, nennt das Programm keine eigenen Landesinstrumente. Die Vorhaben setzen bestehende Strukturen fort und kommen ohne Beträge, Fristen oder Zielzahlen aus.
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Zuwanderung stärker begrenzen: -0,5 — Zur Frage, wie Zuwanderung gesteuert, begrenzt oder vollzogen wird, nennt das Programm keine eigenen Landesinstrumente; die Vorhaben des Kapitels betreffen durchgehend Gewinnung und Teilhabe (PDF-S. 7–8, gedruckt S. 12–15).
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Integration und Teilhabe stärken: +1,5 — Das Kapitel besteht fast vollständig aus Teilhabevorhaben: Welcome Center als Agentur für Gewinnung und Integration, ergänzende Landes-Sprachförderung, beschleunigte Anerkennungsverfahren, Job-Buddy-Programm, gestärkte kommunale Koordinierungsstellen, ein Landesintegrationskonzept mit Monitoring und die ausdrückliche Ablehnung von Arbeitsverboten und getrenntem Unterricht (PDF-S. 7–8, gedruckt S. 12–15).
Die Linke will das Aufnahmegesetz reformieren und ein Integrationsbudget auflegen, aus dem Kommunen unbürokratisch Mittel für Willkommensinitiativen, Patenschaftsmodelle und Begegnungszentren erhalten. Konkret benannt sind außerdem „One-Stop-Shops“ statt verteilter Zuständigkeiten, ein Zugang zu Sprachkursen unabhängig von Aufenthaltsstatus und Alter mit wohnortnahen Präsenzkursen als Regel, die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse binnen sechs Monaten, zwölfmonatige Brückenqualifizierungen für Ärztinnen, Ingenieure und Handwerkerinnen, ein landesweiter Sprachmittlerservice sowie der Ersatz der Bezahlkarte durch ein verpflichtendes Basiskonto; die öffentliche Verwaltung soll als Arbeitgeberin mit interkultureller Öffnung vorangehen. Zuwanderung führt das Programm ausdrücklich als Antwort auf den Bevölkerungsrückgang im ländlichen Raum an, wo Schulen, Kitas, Kultur und Vereine unter Druck stehen. Instrumente zur Begrenzung oder Rückführung enthält das Programm nicht: Das Recht auf Asyl, der Schutz vor Abschiebung und das Recht auf Familiennachzug werden als „nicht verhandelbar“ bezeichnet.
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Zuwanderung stärker begrenzen: -2 — Umgekehrt bezeichnet das Programm das Recht auf Asyl, den Schutz vor Abschiebung und den Familiennachzug ausdrücklich als „nicht verhandelbar“ und will die Bezahlkarte als Steuerungsinstrument durch ein Basiskonto ersetzen; Instrumente zur Begrenzung oder Rückführung nennt es nicht (S. 98 und S. 100).
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Integration und Teilhabe stärken: +1,5 — Das Programm legt eine eigene Landesagenda für das Ankommen vor: Integrationsbudget für die Kommunen, One-Stop-Shops, Sprachkurse unabhängig von Aufenthaltsstatus und Alter, Anerkennung ausländischer Abschlüsse binnen sechs Monaten, zwölfmonatige Brückenqualifizierungen, Sprachmittlerservice und ein Basiskonto statt der Bezahlkarte (S. 96–99).
Die Grünen wollen flächendeckende kommunale oder regionale Ankommenszentren schaffen, in denen Beratung, Ausländerbehörde, Jobcenter, Sprachkursberatung, psychosoziale Unterstützung, Kinderbetreuung und Rechtsberatung an einem Ort gebündelt sind, und die Ausländerbehörden zu integrationsorientierten Migrationszentren weiterentwickeln. Sprachkurse sollen ab dem ersten Tag zugänglich und landesweit garantiert sein, die Teilnahme zugleich verpflichtend und nötigenfalls durchsetzbar; hinzu kommen Gesundheitskarten für alle Geflüchteten, schnelle Kita- und Schulzuweisungen, mehr Ausbildungsduldungen und ein Landesprogramm für Integrationslots*innen. Die Bezahlkarte soll abgeschafft und Sozialleistungen sollen unterschiedslos als Geldleistungen ausgezahlt werden. Instrumente zur Begrenzung oder Rückführung nennt das Programm nicht. Die Vorhaben sind auf der Landesebene angesiedelt, bleiben aber ohne Beträge, Fristen oder Fallzahlen und damit weniger überprüfbar als die konkretesten Programme im Feld.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Die Ankommenszentren sollen ausdrücklich flächendeckend kommunal oder regional entstehen, die Sprachkursstrukturen wohnortnah sein und der Sprachunterricht landesweit garantiert werden – das adressiert gerade Orte ohne bestehende Beratungsinfrastruktur (PDF-S. 77–78, gedruckt S. 72–73).
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Zuwanderung stärker begrenzen: -1 — Umgekehrt will das Programm die Bezahlkarte abschaffen und Sozialleistungen unterschiedslos als Geldleistungen auszahlen; eigene Instrumente zur Begrenzung oder Rückführung nennt es nicht (PDF-S. 79, gedruckt S. 74).
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Integration und Teilhabe stärken: +1,5 — Das Programm bündelt Teilhabe ab dem ersten Tag: flächendeckende Ankommenszentren mit Beratung, Behörde, Jobcenter und Kinderbetreuung unter einem Dach, landesweit garantierte Sprachkurse, Gesundheitskarten für alle Geflüchteten, schnelle Schulzuweisungen, Ausbildungsduldungen und ein Landesprogramm für Integrationslots*innen (PDF-S. 77–79, gedruckt S. 72–74).
Die FDP widmet der Migration gut eine Programmseite. Sie will reguläre Einwanderung in den Arbeitsmarkt erleichtern, Hürden wie „überzogene Sprachprüfungen“ abbauen, ausländische Qualifikationen schneller anerkennen und die Ausländerbehörden bei der Digitalisierung so unterstützen, dass Aufenthaltstitel zur Beschäftigungsaufnahme binnen vier Wochen erteilt werden; im Gesundheits- und Verkehrskapitel kommen beschleunigte Anerkennungsverfahren für Pflegekräfte und Fahrpersonal hinzu. Auf der Durchsetzungsseite nennt sie zwei terminierte Landesvorhaben: die Inbetriebnahme der Abschiebungshafteinrichtung spätestens Ende 2027 und bis dahin Kooperationsvereinbarungen mit anderen Ländern für Gewahrsamsplätze, dazu elektronische Fußfesseln als milderes Mittel. Das dauerhafte Bleiberecht soll an eigenständige Lebensunterhaltssicherung und ein Bekenntnis zur Verfassung geknüpft werden. Sprachkurse sollen ausdrücklich „vorrangig für Selbstzahler“ oder Teilnehmende mit Eigenanteil angeboten werden – als einziges Programm im Feld verengt es damit den Zugang zu einem bestehenden Integrationsangebot.
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Zuwanderung stärker begrenzen: +1 — Das Programm nennt zwei terminierte Landesvorhaben zur Durchsetzung der Ausreisepflicht: die Abschiebungshafteinrichtung spätestens Ende 2027 und bis dahin Kooperationsvereinbarungen mit anderen Ländern für Gewahrsamsplätze, dazu gerichtlich angeordnete elektronische Fußfesseln als milderes Mittel (S. 10–11).
Modifier Haltung zur Zuwanderung = Integration und Teilhabe stärken: -0,5 — Auf der Teilhabeseite will das Programm den Arbeitsmarktzugang erleichtern, überzogene Sprachprüfungen abbauen und Abschlüsse schneller anerkennen, auch in Pflege und Fahrdienst (S. 10, 64, 68). Zugleich sollen Sprachkurse „vorrangig für Selbstzahler“ oder Teilnehmende mit Eigenanteil angeboten und das dauerhafte Bleiberecht an eigenständige Lebensunterhaltssicherung geknüpft werden – für Menschen, die auf öffentlich finanzierte Integrationsangebote angewiesen sind, überwiegt die Einschränkung (S. 10).
Das BSW trennt Asylrecht, gesteuerte Arbeitsmigration und Integration ausdrücklich voneinander: Es bekennt sich uneingeschränkt zum Asylrecht nach Grundgesetz und Genfer Flüchtlingskonvention, will ungeregelte und illegale Migration umgehend stoppen und bei fehlendem Anspruch oder Straffälligkeit konsequent abschieben. Auf der Integrationsseite nennt es konkrete Landesmaßnahmen: verbindliche Sprach- und Politikkurse, Deutschtests für Vorschulkinder, verpflichtender Kindergartenbesuch ab dem 4. Lebensjahr, ein Ausbau berufsbezogener Sprachkurse auf B2-Niveau, ein neues System der Erwachsenenqualifizierung sowie Abschiebeschutz für Geduldete in Arbeit oder Ausbildung. Auf der Verteilungsseite fordert es eine Obergrenze von 30 Prozent Kindern aus Einwandererfamilien pro Kita und Schulklasse, die Aufhebung der Grundschulbezirke, eine Belegungsobergrenze pro Wohnviertel und den Hamburger Drittel-Mix im Wohnungsbau. Das Programm ist damit auf beiden Seiten konkret, verankert seine Kernforderungen zur Steuerung aber überwiegend auf Bundes- und EU-Ebene.
Modifier Wohnort = In Magdeburg oder Halle (Saale): +0,5 — Das Programm stellt selbst fest, das Problem bestehe „vor allem in städtischen Räumen“, und richtet seine Kernmaßnahmen – 30-Prozent-Quote, Aufhebung der Grundschulbezirke, Belegungsobergrenze pro Wohnviertel, Drittel-Mix in den Innenstädten – ausdrücklich an bestehenden städtischen Wohn- und Schulstrukturen aus (PDF-S. 64–65, gedruckt S. 63–64).
2. Schule & Bildung 7 Bewertungen
Die CDU will Schulen erlauben, befristet Vertretungspersonal und weitere Unterstützungskräfte selbst einzustellen, und die Unterstützungssysteme für Unterricht und Verwaltung ausbauen. Zur Personalgewinnung im ländlichen Raum sind eine Zulage zu den Anwärterbezügen für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst außerhalb der Oberzentren mit anschließender Einsatzverpflichtung, die Fortsetzung des „Weltenretter-Stipendiums“ sowie Zielvereinbarungen mit den Hochschulen vorgesehen, die sich künftig an Absolventen- statt Studienanfängerzahlen orientieren; eine Grundschullehramtsausbildung in Magdeburg wird geprüft. Inhaltlich stehen ein flächendeckendes 4+1-Modell mit wöchentlichem Praxislerntag in den Klassen 7 bis 9, entschlackte Lehrpläne, eine verbindliche Sprachstandserhebung im Vorschuljahr, der Erhalt von Förderschulen und eine bessere Ausstattung von Brennpunktschulen im Programm. Bei der Schulsozialarbeit bleibt es beim Ziel, sie „möglichst“ zu erhalten, bei einer Verlagerung der Entscheidung über den konkreten Einsatz vollständig auf Landkreise und kreisfreie Städte.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Das 4+1-Modell mit wöchentlichem Praxislerntag in den Klassen 7 bis 9, zertifizierte Berufsorientierungsprogramme an allen Oberschulen und verbindliche Praktika in Handwerk und sozialen Einrichtungen richten sich an Schülerinnen und Schüler kurz vor dem Übergang in die Ausbildung (PDF-S. 21–23, gedruckt S. 20–22).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +1 — Zur Sicherung der Unterrichtsversorgung im ländlichen Raum sollen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst außerhalb der Oberzentren eine Zulage erhalten und sich anschließend dort zur Lehrtätigkeit verpflichten; dazu kommen das „Weltenretter-Stipendium“ für Bedarfsregionen, der Erhalt der Schulstrukturen im ländlichen Raum über Schulverbünde und Campusschulen sowie Nachmittagsangebote für Kinder mit eingeschränkten Mobilitätsmöglichkeiten (PDF-S. 20–21 und 24, gedruckt S. 19–20 und 23).
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist unter 6: +0,5 — Für das Vorschuljahr sind eine verbindliche Sprachstandserhebung mit anschließender Förderung sowie eine engere Kooperation von Kita, Grundschule und Hort ausdrücklich „zur Entlastung der Eltern“ vorgesehen (PDF-S. 21, gedruckt S. 20).
Modifier Haltung zur Schulstruktur = Früher nach Leistung trennen, Förderschulen erhalten: +0,5 — Will die Förderschulen erhalten und setzt auf ein 4+1-Modell mit wöchentlichem Praxislerntag sowie entschlackte Lehrpläne.
Modifier Haltung zur Schulstruktur = Länger gemeinsam lernen, Inklusion stärken: -0,5 — Will die Förderschulen erhalten und setzt auf ein 4+1-Modell mit wöchentlichem Praxislerntag sowie entschlackte Lehrpläne.
Die AfD will den Unterrichtsausfall über zwei konkrete Notmaßnahmen angehen: Bei einer Unterrichtsversorgung unter 90 Prozent sollen Schulleitungen die Klassenobergrenzen aufheben dürfen, bis dauerhaft über 95 Prozent erreicht sind, und alle in den letzten fünf Jahren pensionierten sowie alle in den nächsten zwei Jahren zu pensionierenden Lehrkräfte sollen angeschrieben und für eine Rückkehr oder einen späteren Ruhestand gewonnen werden. Hinzu kommen eine bundesweite Anwerbekampagne, die Gründung einer pädagogischen Hochschule für die Grund- und Sekundarschullehrerausbildung sowie eine überarbeitete Schulentwicklungsplanung, die den Bestand einer Grundschule statt ab 60 schon ab 40 Schülern sichert. Zugleich soll die Schule von allem befreit werden, was das Programm als nicht-schulische Aufgabe versteht: Inklusion soll unverzüglich beendet und die Förderschulen ausgebaut werden, soziale und psychologische Betreuung gehört nach diesem Verständnis nicht zum Auftrag der Schule, für Flüchtlingskinder sind Sonderklassen vorgesehen. Für die, die der Lehrkräftemangel im Schulalltag trifft, ist die Antwort auf eine Unterrichtsversorgung unter 90 Prozent damit eine größere Klasse und nicht eine zusätzliche Lehrkraft; dazu entfallen Inklusion, Schulsozialarbeit und psychologische Betreuung als Aufgabe der Schule, und die Auslese wird über verbindliche Schullaufbahnempfehlung, zentrale Klassenarbeiten, eine Gymnasialquote von höchstens 25 Prozent und angehobene Bewertungsschlüssel früher und strenger. Als einziges Programm im Feld setzt es dem Personalmangel damit nicht mehr Personal, sondern den Abbau bestehender Unterstützungsstrukturen entgegen – deshalb im Minusbereich.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: -0,5 — Für die, die aktuell selbst zur Schule gehen, bedeuten die verbindliche Schullaufbahnempfehlung nach Klasse 4 auf Basis zentraler Klassenarbeiten, die Begrenzung des Gymnasiums auf höchstens 25 Prozent eines Jahrgangs und angehobene Bewertungsschlüssel eine frühere und strengere Auslese (S. 72–75, Punkte 1, 3 und 5).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +1 — Die Verordnung zur Schulentwicklungsplanung soll überarbeitet werden, damit eine Grundschule schon ab 40 statt erst ab 60 Schülern bestandssicher ist und Schulverbünde bis zu drei Schulen ab insgesamt 100 Schülern umfassen dürfen – ausdrücklich, um dem „Absterben des ländlichen Raums“ entgegenzuwirken (S. 84, Punkt 25).
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist unter 6: +0,5 — Im Familienkapitel fordert das Programm kostenfreie Kitaplätze und kostenfreies Schulessen sowie die Umsetzung frühkindlicher Bildung – Punkte, die Haushalte mit Kindern vor der Einschulung direkt entlasten (S. 18 und 21, Punkte 13 und 17).
Modifier Haltung zur Schulstruktur = Früher nach Leistung trennen, Förderschulen erhalten: +1,5 — Will die Inklusion unverzüglich beenden und Förderschulen ausbauen, dazu verbindliche Schullaufbahnempfehlung, zentrale Klassenarbeiten, eine Gymnasialquote von höchstens 25 Prozent und Sonderklassen für Flüchtlingskinder.
Modifier Haltung zur Schulstruktur = Länger gemeinsam lernen, Inklusion stärken: -1,5 — Will die Inklusion unverzüglich beenden und Förderschulen ausbauen, dazu verbindliche Schullaufbahnempfehlung, zentrale Klassenarbeiten, eine Gymnasialquote von höchstens 25 Prozent und Sonderklassen für Flüchtlingskinder.
Die SPD kündigt ein umfassendes Programm zur Absicherung der Unterrichtsversorgung an und hält an der universitären Ausbildung aller Lehrämter auf 1.200 Studienplätzen fest; duales Studium und Praxisanteile werden ausgebaut, Seiteneinsteigende qualifiziert begleitet, fair bezahlt und für den Bewährungsaufstieg geöffnet, ältere Lehrkräfte erhalten wieder Ermäßigungsstunden. Für den Lernerfolg setzt sie auf multiprofessionelle Teams aus Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, förderpädagogischen Fachkräften sowie Verwaltungs- und IT-Personal; fällt die EU-Förderung weg, wird die Schulsozialarbeit ab dem 1. August 2028 dauerhaft aus Landesmitteln finanziert und ihr Niveau deutlich ausgebaut. Hinzu kommen ein Landesschulbauprogramm samt Beschattung und Kühlung, Lernmittelfreiheit auch für digitale Endgeräte und ein Modellprojekt zur Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften. Ein Termin und eine Studienplatzzahl sind damit belegt, eine Zahl zusätzlicher Lehrkräfte gegen den Unterrichtsausfall nennt das Programm nicht.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Programm sagt zu, Schulstandorte im ländlichen Raum zu erhalten und weiterzuentwickeln, und will über flexible Modelle und schulbezogene Lösungen auch dort Bildung ermöglichen, wo die Schülerzahlen sinken (PDF-S. 12, gedruckt S. 23).
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist unter 6: +0,5 — Für die Zeit vor der Schule sind verbindliche Kooperationen zwischen Kitas und Grundschulen, frühere und koordinierte Schuleingangsuntersuchungen und eine stärkere Sprachförderung vorgesehen (PDF-S. 12, gedruckt S. 22–23).
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist zwischen 6 und 17: +0,5 — Lernmittelfreiheit einschließlich digitaler Endgeräte, das Landesschulbauprogramm mit Beschattung und Kühlung und die gezielte Unterstützung von Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen wirken direkt für Haushalte mit schulpflichtigen Kindern (PDF-S. 12–13, gedruckt S. 22–25).
Die Linke stellt dem Lehrkräftemangel ein Kapitel „10 Punkte für eine gute Unterrichtsversorgung“ entgegen: schulformkonkrete Personalschlüssel für Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter:innen, Unterrichtshilfen und Schulsozialarbeit sollen verbindlich im Schulgesetz festgeschrieben, alle bedarfsmindernden Maßnahmen der letzten Jahre zurückgenommen werden. Dazu kommen 200 zusätzliche Erstsemesterplätze für das neue Lehramt Sekundarstufe I/II an der Otto-von-Guericke-Universität, weitere Seminare für den Vorbereitungsdienst in Dessau, Gardelegen oder Stendal und Halberstadt, Anwärtersonderbezüge, eine Entlastung von Seiteneinsteigenden in den ersten zwölf Unterrichtsmonaten und die Altersermäßigung wieder ab dem 60. Lebensjahr. Für die Schulsozialarbeit nennt das Programm ab dem Schuljahr 2028/29 einen Schlüssel von einer Stelle je 150 Schüler:innen und damit rund 1.200 Vollzeitstellen, finanziert über ein Landesprogramm statt über befristete ESF-Projekte. Das ist die einzige Agenda im Feld, die Personalausstattung, Ausbildungsplatzzahlen, Standorte und ein Startdatum zugleich beziffert.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Die 200 zusätzlichen Erstsemesterplätze, duale Lehramtsstudiengänge mit anschließender Bindung an Sachsen-Anhalt und die erleichterten Wege in den Seiteneinstieg richten sich an die, die selbst noch in Studium oder Berufseinstieg stehen (S. 34).
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Ein eigener Abschnitt macht Senior:innenbildung zum eigenständigen Bestandteil lebenslangen Lernens: dauerhafte Landesfinanzierung der Erwachsenenbildung über das Erwachsenenbildungsgesetz, Unterstützung beim Umgang mit digitalen Technologien und lokale Bildungsnetzwerke für alle Altersgruppen (S. 35).
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist zwischen 6 und 17: +0,5 — Der Personalschlüssel von einer Schulsozialarbeitsstelle je 150 Schüler:innen und die multiprofessionellen Teams aus Sozialarbeit, Psychologie, Sonderpädagogik und Sprachförderung wirken unmittelbar für Haushalte mit schulpflichtigen Kindern (S. 27–28).
Die Grünen wollen den Lehrkräftemangel über Sonderzuschläge für mindestens fünf Jahre für Lehrkräfte in strukturschwachen Regionen, stark belasteten Schulformen und Mangelfächern angehen, dazu über ein Ein-Fach-Lehramt, eine qualifizierte berufsbegleitende Ausbildung für Seiteneinsteiger*innen mit anschließender Lohnangleichung, ein Stufenlehramt und den Ausbau des dualen Lehramtsstudiums an beiden Landesuniversitäten. Entlastung soll ein verpflichtendes Arbeitszeitkonto, multiprofessionelle Teams, IT- und Digitalassistenzen an jeder Schule sowie die flächendeckende Wiedereinführung von Schulsekretariaten bringen. Für die Mittelverteilung ist ein landesspezifischer Schulsozialindex vorgesehen, der Schulen in einkommensschwachen oder ländlichen Regionen gezielt bedient, dazu ein Schulbauprogramm mit einer „Schulklo-Offensive“, kostenfreie Lernmittel und Mittagessen sowie mindestens eine feste Schulsozialarbeitsstelle je Schule. Die Maßnahmenliste ist dicht und durchweg landeszuständig, kommt aber ohne Beträge und Zieljahre aus.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren, gemeinsames Lernen bis Klasse 6, weniger Noten, freiwilliges Sitzenbleiben und mehr Mitbestimmung über Klassenräte und Schüler*innenparlamente betreffen die, die aktuell selbst zur Schule gehen (PDF-S. 60 und 64, gedruckt S. 55 und 59).
Modifier Altersgruppe = 50 bis 64: +0,5 — Für das Lernen jenseits der Schule sollen Volkshochschulen und freie Träger gestärkt, Bildungsangebote gerade in ländlichen Regionen ausgebaut und der zweite Bildungsweg über Abendschulen und Online-Angebote erweitert werden, damit Erwachsene in jedem Alter Schulabschlüsse nachholen können (PDF-S. 66, gedruckt S. 61).
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist zwischen 6 und 17: +1 — Kostenfreier Zugang zu Lernmitteln, gesundem Mittagessen und Menstruationsprodukten, der flächendeckende Ganztagsausbau an allen allgemeinbildenden Schulen und aktive Unterstützung der Familien bei Anträgen für Klassenfahrten senken die direkten Schulkosten von Haushalten mit schulpflichtigen Kindern (PDF-S. 59, gedruckt S. 54).
Die FDP benennt Unterrichtsausfall wegen Lehrermangels als zentrales Problem und will ihm vor allem digital begegnen: Die vorhandene digitale Infrastruktur soll durch Struktur und Endgeräte an allen Schulen ergänzt werden, um Ausfall „gerade im ländlichen Raum“ zu vermeiden, etwa über Vertretungsstunden durch Lehrkräfte im Distanzunterricht; die Digitalassistenz soll erhalten bleiben. Für die MINT-Fächer nennt sie Imagekampagnen für die Lehramtsstudiengänge sowie Weiterbildung und Qualifizierung von Seiteneinsteigern. Weitere konkrete Vorhaben sind ein landeseinheitlicher Schülerkostensatz, eine verbindliche Sprachstandsfeststellung mit Vollendung des dritten Lebensjahres, zusätzliche Ressourcen für Schulen in sozial benachteiligten Gegenden, Profilklassen mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz und die Wiedereinführung des Leistungskurses Geschichte. Instrumente, die die Zahl der Lehrkräfte erhöhen oder Personalschlüssel festlegen, enthält das Programm nicht.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Profilklassen mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz an weiterführenden Schulen, das gestärkte Netz außerschulischer MINT-Lernorte und die „Räume für Macher“ in Bibliotheken und Schulen richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene (S. 27).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Der landeseinheitliche Schülerkostensatz wird ausdrücklich mit den zahlreichen kleinen Schulen im ländlichen Raum und unterschiedlichen Trägersituationen begründet, und der Distanzunterricht soll Unterrichtsausfall „gerade im ländlichen Raum“ vermeiden (S. 23 und 27).
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist unter 6: +0,5 — Für die Zeit vor der Schule nennt das Programm eine verbindliche Sprachstandsfeststellung mit Vollendung des 3. Lebensjahres samt Förderung bis zum Schulbeginn, eine weitere Anpassung des Betreuungsschlüssels, flexible Öffnungszeiten und ein Modellprojekt „Gemeinschaftsbüros mit Kinderbetreuung“ für Schichtarbeit und den ländlichen Raum (S. 24–25).
Das BSW benennt den Lehrkräftemangel als eines der gravierendsten Probleme im Land und will die Unterrichtsverpflichtung um ein bis zwei Stunden absenken, Kürzungen bei Anrechnungsstunden und Altersermäßigungen zurücknehmen, eine ausreichende Vertretungsreserve aufbauen, die Arbeitszeiterfassung umsetzen und alle angestellten Lehrkräfte unbefristet einstellen. Für die Unterstützungsstruktur fordert es einen verbindlichen landesweiten Personalschlüssel für Schulsozialarbeit und Schulpsychologie am Bundesdurchschnitt mit mindestens einer Stelle je Schule und verweist darauf, dass in Sachsen-Anhalt rund 9.670 Schüler auf eine Fachkraft kommen. Hinzu kommen echte Lernmittelfreiheit, kostenfreie Verpflegung in Kitas und Schulen, perspektivisch beitragsfreie Kitas, längeres gemeinsames Lernen bis Klasse 6, der Erhalt der Mindestklassenstärke von 15 in ländlichen Regionen und eine Ganztagsverordnung samt Qualitätsoffensive „Ganztag 2030“. Ein Großteil der Punkte steht als Zielformulierung ohne Beträge, Fristen oder Stellenzahlen im Programm.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Um weitere Grundschulschließungen zu vermeiden, soll die Mindestklassenstärke in ländlichen Regionen bei 15 Schülern bleiben und die Zweizügigkeit nicht zur Bedingung werden; zudem benennt das Programm den Ganztags-Nachholbedarf ausdrücklich für ländliche Regionen und will Zentralisierung mit langen Schulwegen vermeiden (PDF-S. 45, 47 und 49, gedruckt S. 44, 46 und 48).
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist unter 6: +1 — Perspektivisch beitragsfreie Kitas, ein verbesserter Personal-Kind-Schlüssel, mehr Ausbildungsplätze für Erzieher und kostenfreie Verpflegung in Kindertageseinrichtungen setzen unmittelbar bei Haushalten mit Kindern vor der Einschulung an (PDF-S. 46 und 49, gedruckt S. 45 und 48).
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist zwischen 6 und 17: +0,5 — Echte Lernmittelfreiheit ohne Gebühren und Eigenanschaffungen, kostenfreie gesunde Schulverpflegung und mindestens eine Schulsozialarbeitsstelle je Schule wirken direkt für Haushalte mit schulpflichtigen Kindern (PDF-S. 44–45, 48 und 49, gedruckt S. 43–44, 47 und 48).
Modifier Haltung zur Schulstruktur = Früher nach Leistung trennen, Förderschulen erhalten: -1,5 — Will längeres gemeinsames Lernen bis Klasse 6 und den Erhalt der Mindestklassenstärke von 15 in ländlichen Regionen.
Modifier Haltung zur Schulstruktur = Länger gemeinsam lernen, Inklusion stärken: +1,5 — Will längeres gemeinsames Lernen bis Klasse 6 und den Erhalt der Mindestklassenstärke von 15 in ländlichen Regionen.
3. Arbeit, Löhne & Wirtschaft 7 Bewertungen
Die CDU setzt auf Ansiedlung und Entlastung: Sachsen-Anhalt soll zu den Top-5-Ansiedlungsregionen Europas und zum Chemie- und Pharma-Hub für europäische Souveränität werden, mit gebündelter Umweltprüfung, Genehmigungen aus einer Hand, dem High-Tech-Park als ostdeutschem Leuchtturm und der Investitions- und Marketinggesellschaft als zentraler Anlaufstelle. Für Unternehmen kündigt sie einen Nebenkostenstopp, ein Belastungsmoratorium, das „One-in-One-out“-Prinzip auf Landesebene und fünf Jahre ohne neue Auflagen oder Berichtspflichten an; den Strukturwandel im Mitteldeutschen Braunkohlerevier und den Wandel der chemischen Industrie will sie mit Bundes- und EU-Fördermitteln aktiv begleiten. Zu Löhnen hält das Programm fest, dauerhaft steigende Einkommen entstünden nicht durch staatliche Vorgaben und Umverteilung, sondern durch eine wettbewerbsfähige Wirtschaft; das Landesvergabegesetz wurde im Herbst 2025 bereits deutlich gelockert. Für den Wirtschaftsstandort sind die Instrumente konkret benannt, für den Lohnteil des Themas nennt das Programm keine eigenen Landesinstrumente.
Modifier Wohnort = Im Mitteldeutschen Braunkohlerevier (z. B. Bitterfeld-Wolfen, Weißenfels, Zeitz): +0,5 — Das Programm sagt zu, im Süden des Landes den Strukturwandel im Mitteldeutschen Braunkohlerevier und den Wandel der chemischen Industrie mit Bundes- und EU-Fördermitteln aktiv zu begleiten und die Chemieindustrie im Land zu halten (PDF-S. 15–16, gedruckt S. 14–15).
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: -0,5 — Das Programm hält fest, dauerhaft steigende Einkommen entstünden nicht durch staatliche Vorgaben und Umverteilung, und verweist auf die bereits im Herbst 2025 vollzogene deutliche Lockerung des Landesvergabegesetzes – Lohnuntergrenzen über die Vergabe fallen damit als Landesinstrument weg (PDF-S. 12 und 17, gedruckt S. 11 und 16).
Modifier Erwerbsstatus = Schule, Ausbildung oder Studium: +0,5 — Die Aufwertung der beruflichen Bildung, attraktive Rahmenbedingungen an allen Berufsschulstandorten, die Verstetigung der Förderung der Überbetrieblichen Lehrunterweisung im Handwerk, finanziell geförderte Praktika und die Förderung von Meisterabschlüssen adressieren Menschen in Ausbildung (PDF-S. 14, gedruckt S. 13).
Modifier Erwerbsstatus = Selbstständig, Betrieb oder Hof: +0,5 — Nebenkostenstopp, Belastungsmoratorium, „One-in-One-out“, fünf Jahre ohne neue Auflagen und Berichtspflichten, vereinfachte und digitalisierte Vergabeverfahren mit erleichtertem Zugang für kleine und mittlere Unternehmen sowie gezielte Unterstützung der Unternehmensnachfolge richten sich an Unternehmerinnen und Unternehmer (PDF-S. 13–14 und 17, gedruckt S. 12–13 und 16).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Faire Löhne und Tarifbindung durchsetzen: -1 — Nebenkostenstopp, Belastungsmoratorium, One-in-One-out und fünf Jahre ohne neue Auflagen oder Berichtspflichten; das Landesvergabegesetz wurde im Herbst 2025 bereits deutlich gelockert, und dauerhaft steigende Einkommen sollen ausdrücklich nicht durch staatliche Vorgaben entstehen (PDF-S. 12–17, gedruckt S. 11–16).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Betriebe von Vorgaben und Kosten entlasten: +1 — Nebenkostenstopp, Belastungsmoratorium, One-in-One-out und fünf Jahre ohne neue Auflagen oder Berichtspflichten; das Landesvergabegesetz wurde im Herbst 2025 bereits deutlich gelockert, und dauerhaft steigende Einkommen sollen ausdrücklich nicht durch staatliche Vorgaben entstehen (PDF-S. 12–17, gedruckt S. 11–16).
Die AfD stellt Mittelstandsförderung gegen die Subventionierung von Großkonzernen und nennt dafür die gescheiterte Intel-Ansiedlung als Beleg. Auf Landesebene konkret sind ein Bürokratieabbau nach dem Prinzip, für jede neue Regelung zwei überflüssige zu streichen, ein Verbot der kommunalen Verpackungssteuer im Kommunalabgabengesetz, die Prüfung räumlich abgegrenzter Sonderwirtschaftszonen in strukturschwachen Regionen, ein Freiwilliges Handwerksjahr mit vier Berufen, ein Führerschein-Zuschuss für Auszubildende, eine kostenfreie Meisterausbildung mit Meisterprämie und eine Ausbildungsprämie, die erst nach zwei Jahren sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Land ausgezahlt wird. Für die Industriearbeitsplätze setzt das Energiekapitel auf den Erhalt des Kohlestandorts Sachsen-Anhalt über 2038 hinaus, neue Gaskraftwerke und die Aufhebung der Russland-Sanktionen. Die Kernforderungen zu Energiepreisen, Emissionshandel und Sanktionen liegen auf Bundes- und EU-Ebene; Instrumente zu Löhnen oder Tarifbindung nennt das Programm nicht.
Modifier Wohnort = Im Mitteldeutschen Braunkohlerevier (z. B. Bitterfeld-Wolfen, Weißenfels, Zeitz): +1 — Das Programm will auf Landesebene auf den Erhalt des Kohlestandorts Sachsen-Anhalt auch über 2038 hinaus hinwirken und begründet das ausdrücklich mit der Sicherung „gut bezahlter Industriearbeitsplätze“; ergänzend sollen Sonderwirtschaftszonen in strukturschwachen Regionen geprüft werden (S. 145 und 163, Punkte 5 und 15).
Modifier Erwerbsstatus = Schule, Ausbildung oder Studium: +1 — Freiwilliges Handwerksjahr mit vier Berufen, Führerschein-Zuschuss für Auszubildende, Prämien für Auszubildende mit überdurchschnittlichem Abschluss (ausgezahlt nach zwei Jahren Beschäftigung im Land) sowie kostenfreie Meisterausbildung mit Meisterprämie richten sich ausschließlich an Menschen in Ausbildung (S. 147–148, Punkte 7–10).
Modifier Erwerbsstatus = Selbstständig, Betrieb oder Hof: +0,5 — Der Bürokratieabbau nach dem Prinzip, für jede neue Regelung zwei überflüssige zu streichen, das Verbot der kommunalen Verpackungssteuer und die gezielte Unterstützung von Unternehmensnachfolgen adressieren kleine und mittelständische Unternehmen (S. 144–145 und 149, Punkte 3, 4 und 11).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Faire Löhne und Tarifbindung durchsetzen: -0,5 — Bürokratieabbau nach dem Prinzip, für jede neue Regelung zwei zu streichen, Verbot der kommunalen Verpackungssteuer und die Prüfung von Sonderwirtschaftszonen; Instrumente zu Löhnen oder Tarifbindung nennt das Programm nicht (S. 143–149).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Betriebe von Vorgaben und Kosten entlasten: +0,5 — Bürokratieabbau nach dem Prinzip, für jede neue Regelung zwei zu streichen, Verbot der kommunalen Verpackungssteuer und die Prüfung von Sonderwirtschaftszonen; Instrumente zu Löhnen oder Tarifbindung nennt das Programm nicht (S. 143–149).
Die SPD will das Tariftreue- und Vergabegesetz erhalten und schließt eine Ausweitung der bestehenden Einschränkungen oder eine Abschaffung ausdrücklich aus; sie setzt auf Tariflöhne in allen Branchen, den Acht-Stunden-Tag, den Anspruch auf Teilzeitarbeit und die Unterstützung von Betriebsratsgründungen. Industriepolitisch begleitet sie Chemie, Automobilzulieferer, Lebensmittelverarbeitung und Halbleiter bei der Modernisierung, baut die Landesenergieagentur zum Energiekompetenzhub und zur Landeskoordinierungsstelle für Wasserstoff- und Kohlendioxid-Infrastrukturen aus und stößt eine Carbon-Management-Strategie mit Industrie-Dialogen an. Für den Strukturwandel sind gezielte Investitionen in neue Arbeitsplätze, Umschulungen und regionale Wirtschaftszentren insbesondere in ehemaligen Bergbauregionen sowie die Verstetigung des Projekts „Revier Pionier“ vorgesehen, dazu ein Klimagründungsgeld, ein Gründungsbonus, gedeckelte Netzentgelte und eine reduzierte Stromsteuer. Die Vorhaben sind durchgängig benannt, aber ohne Beträge oder Zieljahre.
Modifier Wohnort = Im Mitteldeutschen Braunkohlerevier (z. B. Bitterfeld-Wolfen, Weißenfels, Zeitz): +0,5 — Das Programm sagt gezielte Investitionen in neue Arbeitsplätze, Umschulungen und regionale Wirtschaftszentren „insbesondere in ehemaligen Bergbauregionen“ zu und will das Beteiligungsprojekt „Revier Pionier“ in der kommenden Legislatur verstetigen (PDF-S. 6, gedruckt S. 10–11).
Modifier Erwerbsstatus = Angestellt oder verbeamtet: +0,5 — Der ausdrückliche Erhalt des Tariftreue- und Vergabegesetzes, das Bekenntnis zum Acht-Stunden-Tag und zum Teilzeitanspruch sowie die Unterstützung von Betriebsratsgründungen richten sich an abhängig Beschäftigte (PDF-S. 5, gedruckt S. 8–9).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Faire Löhne und Tarifbindung durchsetzen: +0,5 — Erhält das Tariftreue- und Vergabegesetz ausdrücklich und schließt eine Ausweitung der Einschränkungen oder eine Abschaffung aus; neue, weitergehende Lohninstrumente kommen nicht hinzu (PDF-S. 5, gedruckt S. 8–9).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Betriebe von Vorgaben und Kosten entlasten: -0,5 — Erhält das Tariftreue- und Vergabegesetz ausdrücklich und schließt eine Ausweitung der Einschränkungen oder eine Abschaffung aus; neue, weitergehende Lohninstrumente kommen nicht hinzu (PDF-S. 5, gedruckt S. 8–9).
Die Linke verbindet Industrie- und Lohnpolitik und beziffert beides: ein Vergabemindestlohn von 16,50 Euro pro Stunde, gekoppelt an Inflation und Tarifentwicklung, ein konsequentes Vergabegesetz und eine erleichterte Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. Für die Industrie soll ein Wirtschafts- und Investitionsfonds langfristige Kredite und Beteiligungen vergeben, die an Tarifbindung, Standortgarantie und gemeinwohlorientierte Produktion gekoppelt sind; dazu kommen ein Landesprogramm „Klimaschutz in der Industrie“, ein Rettungsschirm für systemrelevante Zulieferbetriebe, Überleitungsgesellschaften für Beschäftigte im Strukturwandel und regionale Transformationsräte. Für die Chemie von Leuna bis Schkopau nennt das Programm gesenkte Energie- und CO₂-Kosten in Umbauphasen und den Aufbau einer landesweiten Wasserstoffinfrastruktur, nötigenfalls in öffentlicher Hand. Löhne, Beschäftigungssicherung und Standortpolitik sind damit als einziges Programm im Feld zugleich mit Instrument, Betrag und Bedingung hinterlegt.
Modifier Erwerbsstatus = Schule, Ausbildung oder Studium: +0,5 — Eine Ausbildungsumlage soll Ausbildungsbetriebe entlasten und nicht ausbildende Betriebe an den Kosten beteiligen; jede Förderung aus dem Investitionsfonds wird mit Qualifizierungsprogrammen verbunden (S. 86 und S. 90).
Modifier Erwerbsstatus = Angestellt oder verbeamtet: +0,5 — Vergabemindestlohn, erleichterte Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen, Mitentscheidungsrechte der Betriebsräte bei Investitionen und Standortfragen, harte Sanktionen gegen Union Busting und Überleitungsgesellschaften im Strukturwandel setzen unmittelbar bei abhängig Beschäftigten an (S. 86–87 und S. 91).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Faire Löhne und Tarifbindung durchsetzen: +1 — Vergabemindestlohn von 16,50 Euro, gekoppelt an Inflation und Tarifentwicklung, konsequentes Vergabegesetz, erleichterte Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen und die Kopplung jeder Förderung an Tarifbindung und Standortgarantie — die weitestgehenden staatlichen Lohn- und Tarifinstrumente im Feld (S. 86–87 und 90).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Betriebe von Vorgaben und Kosten entlasten: -1 — Vergabemindestlohn von 16,50 Euro, gekoppelt an Inflation und Tarifentwicklung, konsequentes Vergabegesetz, erleichterte Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen und die Kopplung jeder Förderung an Tarifbindung und Standortgarantie — die weitestgehenden staatlichen Lohn- und Tarifinstrumente im Feld (S. 86–87 und 90).
Die Grünen wollen die Tarifbindung über das bestehende Tariftreue- und Vergabegesetz weiter stärken, öffentliche Aufträge nur an Unternehmen mit fairen Löhnen vergeben und Niedriglöhne sowie Erwerbsarmut gezielt bekämpfen – insbesondere bei Frauen, Alleinerziehenden und Teilzeitbeschäftigten. Wirtschaftspolitisch stehen ein GreenInvest-Förderprogramm, die Kopplung der GRW-Mittel an den Beitrag zur kohlenstoffarmen Transformation, ein Transformationsfonds für energieintensive kleine und mittlere Unternehmen, ein niedrigerer Industriestrompreis und landesweite Innovationscluster mit MakerLabs, Co-Working-Spaces und dauerhaft finanziertem Personal im Programm. Für Handwerk und Ausbildung sind die dauerhafte Sicherung der Überbetrieblichen Lehrunterweisung, ein kostenloser Meistertitel, eine Meistergründungsprämie und eine Ausbildungsgarantie vorgesehen, für Langzeitarbeitslose der Ausbau sozialer Arbeitsmärkte. Die Transformation der Chemie- und Automobilzulieferindustrie wird zugesagt, aber ohne Fondsvolumen oder Zeitplan.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Erklärtes Ziel ist es, Niedriglöhne und Erwerbsarmut zu bekämpfen und existenzsichernde Beschäftigung zu sichern, insbesondere für Frauen, Alleinerziehende und Teilzeitbeschäftigte; dazu kommen mehr Entgelttransparenz und die Refinanzierung von Tariflöhnen in Pflege und Erziehung (PDF-S. 76–77, gedruckt S. 71–72).
Modifier Erwerbsstatus = Schule, Ausbildung oder Studium: +0,5 — Eine Ausbildungsgarantie für jeden jungen Menschen, die dauerhafte Sicherung der Überbetrieblichen Lehrunterweisung, ein kostenloser Meistertitel und eine Meistergründungsprämie richten sich an Menschen in Ausbildung und am Beginn der Selbstständigkeit (PDF-S. 76 und 90, gedruckt S. 71 und 85).
Modifier Erwerbsstatus = Gerade ohne Arbeit: +0,5 — Die Integration von Langzeitarbeitslosen soll über soziale Arbeitsmärkte deutlich gestärkt werden, weil dieses Instrument bislang zu wenig genutzt werde; ergänzend sind Kinderbetreuung, Beratung und Wiedereinstiegshilfen für Menschen mit Erwerbsunterbrechungen vorgesehen (PDF-S. 76, gedruckt S. 71).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Faire Löhne und Tarifbindung durchsetzen: +0,5 — Will die Tarifbindung über das bestehende Tariftreue- und Vergabegesetz weiter stärken und öffentliche Aufträge nur an Unternehmen mit fairen Löhnen vergeben — ausdrücklich Bürokratieabbau und Planungsbeschleunigung statt Deregulierung (PDF-S. 76–77, gedruckt S. 71–72).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Betriebe von Vorgaben und Kosten entlasten: -0,5 — Will die Tarifbindung über das bestehende Tariftreue- und Vergabegesetz weiter stärken und öffentliche Aufträge nur an Unternehmen mit fairen Löhnen vergeben — ausdrücklich Bürokratieabbau und Planungsbeschleunigung statt Deregulierung (PDF-S. 76–77, gedruckt S. 71–72).
Die FDP will als Standortpolitik eine Sonderwirtschaftszone erstmals erproben und schlägt dafür konkret das landeseigene Intel-Gelände und den Chemiestandort Leuna vor: gebündelte Genehmigungen in einer Behörde mit verpflichtender Frist, Wegfall aller Berichtspflichten jenseits des Schutzes von Leib, Leben und Umwelt und vollständiger oder auf das Mindestmaß abgesenkter Steuererlass. Hinzu kommen eine digitale One-Stop-Agency für Gründungen, eine erweiterte ibg-Beteiligungsgesellschaft zur Mobilisierung von Wagniskapital, die Ansiedlung von Verteidigungsindustrie und die Nutzung heimischer Bodenschätze. Zugleich soll das Tariftreue- und Vergabegesetz „schnellstmöglich“ abgeschafft, das Ladenöffnungszeitengesetz mit größtmöglicher Ausweitung der Sonntags- und Feiertagsöffnung vollständig liberalisiert und eine umfassende Privatisierungsoffensive für die Landesbeteiligungen gestartet werden. Für den Standort Leuna ist das die konkreteste Einzelzusage im Feld; für Beschäftigte entfällt damit zugleich das einzige Landesinstrument, das Löhne über die öffentliche Vergabe absichert.
Modifier Wohnort = Im Mitteldeutschen Braunkohlerevier (z. B. Bitterfeld-Wolfen, Weißenfels, Zeitz): +0,5 — Als Standorte für die vorgeschlagene Sonderwirtschaftszone benennt das Programm ausdrücklich das landeseigene Intel-Gelände und den Chemiestandort Leuna, also das Mitteldeutsche Revier (S. 7).
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: -0,5 — Fällt das Tariftreue- und Vergabegesetz weg, entfällt die über die öffentliche Vergabe gesetzte Lohnuntergrenze zuerst dort, wo ohne sie am niedrigsten gezahlt wird; als Entlastung nennt das Programm stattdessen den Wegfall der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und Grundversorgungsgüter (S. 7–8).
Modifier Erwerbsstatus = Angestellt oder verbeamtet: -1 — Die angekündigte schnellstmögliche Abschaffung des Tariftreue- und Vergabegesetzes und die vollständige Liberalisierung des Ladenöffnungszeitengesetzes mit größtmöglicher Ausweitung der Sonntags- und Feiertagsöffnung betreffen abhängig Beschäftigte unmittelbar (S. 7).
Modifier Erwerbsstatus = Selbstständig, Betrieb oder Hof: +0,5 — Eine digitale One-Stop-Agency mit englischsprachiger Begleitung, die Entlastung junger Unternehmen von Befragungen, Dokumentationspflichten und Zwangsmitgliedschaften, das „one-in-two-out“-Prinzip und die erweiterte ibg-Beteiligungsgesellschaft für Wagniskapital richten sich an Gründerinnen, Gründer und Selbstständige (S. 7–8).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Faire Löhne und Tarifbindung durchsetzen: -1,5 — Will das Tariftreue- und Vergabegesetz schnellstmöglich abschaffen, das Ladenöffnungszeitengesetz vollständig liberalisieren, eine Sonderwirtschaftszone mit weitgehendem Steuererlass erproben und eine Privatisierungsoffensive starten — das weitestgehende Entlastungs- und Deregulierungspaket im Feld (S. 7–9).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Betriebe von Vorgaben und Kosten entlasten: +1,5 — Will das Tariftreue- und Vergabegesetz schnellstmöglich abschaffen, das Ladenöffnungszeitengesetz vollständig liberalisieren, eine Sonderwirtschaftszone mit weitgehendem Steuererlass erproben und eine Privatisierungsoffensive starten — das weitestgehende Entlastungs- und Deregulierungspaket im Feld (S. 7–9).
Das BSW fordert einen Mindestlohn von 15,00 Euro ohne Ausnahmen und macht Tariftreue zur Voraussetzung für öffentliche Förderung: Wer Landesfördermittel erhält oder öffentliche Aufträge ausführt, soll mindestens nach Tarif zahlen. Wirtschaftspolitisch setzt es auf die Abschaffung der Schuldenbremse, eine aktive staatliche Investitions- und Nachfragepolitik, eigene Landesinvestitionsprogramme, einen gestärkten Kommunalfinanzausgleich und die vollständige Entschuldung der Kommunen; Vollbeschäftigung ist als langfristiges Ziel formuliert. Für die energieintensiven Branchen Chemie, Ernährungswirtschaft sowie Maschinen- und Anlagenbau nennt es einen breiten Energiemix, Vorrang für Freileitungen, Netzkosten nach dem Verursacherprinzip und langfristige Importverträge einschließlich Verhandlungen mit Russland über Gaslieferungen. Der Lohnteil ist damit beziffert, die Standortpolitik hängt jedoch an Bundes- und EU-Entscheidungen, die das Programm selbst als die zentralen Stellschrauben benennt.
Modifier Wohnort = Im Mitteldeutschen Braunkohlerevier (z. B. Bitterfeld-Wolfen, Weißenfels, Zeitz): +0,5 — Das Programm bekennt sich zum Industriestandort und nennt Chemieindustrie, Ernährungswirtschaft sowie Maschinen- und Anlagenbau als besonders betroffene, strom- und energieintensive Branchen, deren Arbeitsplätze von bezahlbaren Energiepreisen abhängen (PDF-S. 17 und 19, gedruckt S. 16 und 18).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Für die Landwirtschaft fordert das Programm Abnahmegarantien für regional erzeugte Produkte, vorrangig regionalen Einkauf öffentlicher Einrichtungen und landeseigene Kompetenzstellen, die Landwirte vor Ort beraten und Teile der Antragstellung übernehmen (PDF-S. 19–20, gedruckt S. 18–19).
Modifier Erwerbsstatus = Angestellt oder verbeamtet: +0,5 — Der Mindestlohn von 15,00 Euro ohne Ausnahmen und die Regel, dass Unternehmen mit Landesförderung oder öffentlichen Aufträgen mindestens nach Tarif zahlen müssen, wirken direkt auf abhängige Beschäftigung (PDF-S. 35–36, gedruckt S. 34–35).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Faire Löhne und Tarifbindung durchsetzen: +1 — Mindestlohn von 15,00 Euro ohne Ausnahmen und Tariftreue als Voraussetzung für Landesförderung und öffentliche Aufträge (PDF-S. 35–36, gedruckt S. 34–35).
Modifier Haltung zur Wirtschaftspolitik = Betriebe von Vorgaben und Kosten entlasten: -1 — Mindestlohn von 15,00 Euro ohne Ausnahmen und Tariftreue als Voraussetzung für Landesförderung und öffentliche Aufträge (PDF-S. 35–36, gedruckt S. 34–35).
4. Ärzte, Kliniken & Pflege 7 Bewertungen
Die CDU will die Krankenhausstandorte bis 2030 zu klar profilierten Zentren in regionalen Versorgungsnetzwerken entwickeln, ambulante und stationäre Leistungen verzahnen und Medizinische Versorgungszentren sowie Gesundheitscampus-Modelle zum Rückgrat der Versorgung machen; die Trägervielfalt einschließlich privatwirtschaftlicher Häuser bleibt erhalten. Gegen den Ärztemangel sind zusätzliche Studienplätze für Human- und Zahnmedizin sowie Pharmazie, ausgebaute Förderprogramme für Praxisgründungen und -übernahmen, eine Überprüfung und Weiterentwicklung der bestehenden Landarztquote und eine stärkere Berücksichtigung von Bewerberinnen und Bewerbern mit Bezug zu Sachsen-Anhalt vorgesehen. Als eigenes Instrument nennt das Programm einen Medi-Bus – eine rollende Praxis mit Arzt und Medizinischer Fachangestellter, die nach festem Fahrplan durch Regionen mit besonderem Ärztemangel fahren soll –, dazu einen Masterplan für Boden- und Luftrettung, den flächendeckenden Telenotarzt und Gemeindenotfallsanitäter. Studienplatzzahlen, Fördervolumen und die Finanzierung der Krankenhausinvestitionen beziffert das Programm nicht; die Deckelung der Pflege-Eigenanteile verweist es auf die Bundesebene.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +1 — Der Medi-Bus als rollende Hausarztpraxis soll nach festem Fahrplan durch Regionen fahren, die besonders unter Ärztemangel leiden, und bei erfolgreicher Erprobung auch fachärztlich ausgestattet werden; ergänzend nennt das Programm Telenotarzt, Gemeindenotfallsanitäter und die Positionierung als attraktiver Arbeitsort „insbesondere im ländlichen Raum“ (PDF-S. 27–29, gedruckt S. 26–28).
Modifier Alltagswege = Meistens mit Bus oder Bahn: +0,5 — Eine rollende Praxis mit festem Fahrplan und der flächendeckende Telenotarzt verlagern den Weg von der Patientin zum Angebot – das entlastet gerade die, die keinen eigenen Wagen für die Fahrt zur nächsten Praxis haben (PDF-S. 28–29, gedruckt S. 27–28).
Modifier Gesundheit & Pflege = Ich kümmere mich um kranke oder pflegebedürftige Angehörige: +0,5 — Pflegende Angehörige benennt das Programm als Rückgrat der Pflege und sagt gestärkte Beratungsangebote, mehr Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie flexible Entlastungsmodelle zu; auf Bundesebene setzt es sich für gedeckelte Eigenanteile und den Schutz des selbstgenutzten Wohneigentums ein (PDF-S. 28–29, gedruckt S. 27–28).
Die AfD will das Investitionsvolumen für Krankenhäuser wieder auf den Stand von 2005 – 180 Millionen Euro – anheben und zweckgebunden für Sanierung, Modernisierung und Ausbau einsetzen. Weitere Privatisierungen kommunaler Krankenhäuser lehnt sie ab und will bereits privatisierte Häuser dort, wo es medizinisch geboten ist, in die Verantwortung von Land, Kommunen oder gemeinnützigen Trägern zurückführen; die Einführung der Leistungsgruppen soll nicht starr nach bundesweiten Maßstäben, sondern angepasst an große Entfernungen und dünne Besiedlung erfolgen, damit Grund- und Regelversorgung in allen Regionen erhalten bleibt. Gegen den Ärztemangel sind ein Aufwuchs der Medizinstudienplätze um mindestens 20 Prozent, eine Aufnahme von Bewerbern unabhängig vom Numerus clausus und ein Landarztstipendienprogramm mit zehnjähriger Bindung und verzinster Rückzahlungspflicht vorgesehen, im Rettungsdienst eine Dezentralisierung der Rettungswachen, mehr Luftrettung und ein landesweites First-Responder-System. In der Pflege sollen Pflegepersonaluntergrenzen für alle medizinischen Bereiche festgelegt und zur getrennten Ausbildung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zurückgekehrt werden; zugleich lehnt das Programm die Gewinnung ausländischer Ärztinnen und Ärzte als Antwort auf den Ärztemangel ausdrücklich ab und beschreibt Pflege als vorrangige Aufgabe der Familie.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +1 — Das Landarztstipendienprogramm mit zehnjähriger Bindung, die Dezentralisierung der Rettungswachen samt Ausweitung der Luftrettung und die Forderung, die Leistungsgruppen an große Entfernungen und dünne Besiedlung anzupassen, damit Grund- und Regelversorgung in allen Regionen erhalten bleibt, richten sich ausdrücklich auf den ländlichen Raum (S. 238–239 und 243).
Modifier Gesundheit & Pflege = Regelmäßig, z. B. wegen einer chronischen Erkrankung: +0,5 — Pflegepersonaluntergrenzen für alle medizinischen Bereiche auf Basis des individuell ermittelten Pflegebedarfs und die zweckgebundene Investitionsoffensive gegen marode Gebäude und veraltete Technik zielen auf Menschen, die regelmäßig auf Behandlung angewiesen sind (S. 237 und 244).
Modifier Gesundheit & Pflege = Ich kümmere mich um kranke oder pflegebedürftige Angehörige: +0,5 — Das Programm beschreibt Pflege als „Ausdruck der Fürsorge liebender Angehöriger“, will die Familie fördern, damit sie diese Funktion besser erfüllen kann, und der häuslichen Pflege gegenüber dem Heim Vorrang geben (S. 236–237 und 245, Punkt 15).
Die SPD will die bestehenden Krankenhäuser durch eine verlässliche, langfristig ausgerichtete Investitionskostenfinanzierung sichern, Umbaumaßnahmen aus Landesmitteln fördern und dort, wo private Träger sich zurückziehen, bei Rekommunalisierungen finanziell unterstützen; Maßstab sollen Qualität, Erreichbarkeit und Wirtschaftlichkeit sein, nicht Kapitalinteressen. Bestehende Geburtsstationen werden gesichert, hebammengeführte Kreißsäle gezielt ausgebaut, Landarzt-, Amtsarzt- und Landzahnarztquote fortgeführt und Telemedizin über TeleSAN, IVENA, Telenotarzt und Gemeindenotfallsanitäter in die Fläche ausgerollt. In der Pflege stehen die Schulgeldfreiheit und Ausbildungsvergütung in den Gesundheitsberufen, der ab 2027 auszubildende neue Beruf der Pflegeassistenz, ein freiwilliger „Senioren-Check“ ab dem 65. Lebensjahr, der Ausbau der spezialisierten ambulanten palliativen Versorgung sowie Quartiersansätze für ein langes Leben im eigenen Wohnumfeld im Programm. Die Vorhaben sind breit und landeszuständig, für die Krankenhausfinanzierung nennt das Programm aber keinen Betrag.
Modifier Gesundheit & Pflege = Ich kümmere mich um kranke oder pflegebedürftige Angehörige: +1 — Das Programm strebt die rechtliche Vertretung pflegender Angehöriger in den Pflegeausschüssen des Landes sowie in regionalen und kommunalen Pflegegremien an, will auf Grundlage der Demenzstrategie die Lebensbedingungen von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen verbessern und den Pflegeheimfinder fortführen (PDF-S. 10, gedruckt S. 18–19).
Die Linke fordert einen Rettungsschirm für Krankenhäuser von 300 Millionen Euro aus Landesmitteln, um die ausbleibende Investitionsförderung auszugleichen und weitere Insolvenzen und Schließungen zu verhindern; als Beispiele nennt sie die Lungenklinik Ballenstedt und die Pfeifferschen Stiftungen. Strukturell will sie rein stationäre Einrichtungen in ambulant-stationäre und perspektivisch intersektorale Gesundheitszentren umwandeln, an denen Land, Kreise, Städte und Gemeinden Anteilseigner werden können, die Fallpauschalen durch Selbstkostendeckung ersetzen und aufgegebene Häuser über einen Re-Kommunalisierungsfonds in die öffentliche Hand überführen. Gegen den Ärztemangel sind eine Landes-Kinderarztquote und eine Landeszahnarztquote, mehr Studienplätze mit aufgeweichtem Numerus clausus, kleinere Versorgungsbezirke und erweiterte Befugnisse für Pflegekräfte, Hebammen und Apotheker:innen vorgesehen; die Versorgung in Havelberg, Genthin und Gardelegen benennt das Programm namentlich. Betrag, Instrument und Ort sind damit als einziges Programm im Feld zugleich beziffert.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +1 — Ein eigener Abschnitt „Künftige Versorgung im ländlichen Raum“ sieht die Umwandlung stationärer Einrichtungen in regionale Gesundheitszentren vor; das Programm sagt verlässliche Versorgung „auch in der nördlichen Peripherie“ zu und sichert Notfall- und Basisversorgung in und um Havelberg, Genthin und Gardelegen namentlich (S. 52–53 und 55).
Die Grünen wollen Krankenhausstandorte über landesseitig finanzierte Sicherstellungszuschläge und die Rekommunalisierung von Krankenhäusern erhalten und die Krankenhausreform des Bundes im Land umsetzen, wobei die geburtshilfliche Versorgung und die Kinderheilkunde ausdrücklich zu sichern sind. Kommunale Gesundheitszentren sollen über ein Landesförderprogramm, einen Ideenwettbewerb und Vernetzung gefördert, kommunale Medizinische Versorgungszentren unabhängig von privaten Investoren ausgebaut und eine gebündelte Leitzentrale für Rettungsdienst (112) und ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) geschaffen werden, die die Zuordnung durch geschultes Personal übernimmt. Für den Nachwuchs garantiert das Programm Schulgeldfreiheit und Ausbildungsvergütung in allen Gesundheits- und Pflegeberufen, will Opt-out-Verträge an landeseigenen und kommunalen Kliniken beseitigen und Anreize für Fachärzt*innen in der Fläche schaffen; ein Landesprogramm soll barrierefreien Um- und Neubau von Praxen, Gesundheitszentren und Krankenhäusern fördern. Die Instrumente sind landeszuständig und dicht, bleiben aber ohne Beträge und Fristen.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Das Programm hält fest, dass gerade in ländlichen Regionen ein Mangel an geburtshilflichen und kinderheilkundlichen Angeboten die medizinische Grundversorgung junger Familien gefährdet, und will ambulante wie stationäre Geburtshilfe und Kinderheilkunde gezielt sichern (PDF-S. 80, gedruckt S. 75).
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Zur Gesundheitsförderung sind kommunale Hitzeschutzpläne und Hitzeschutzkonzepte für Krankenhäuser und stationäre Wohnformen vorgesehen; das Programm benennt ältere Menschen ausdrücklich als besonders von der Übersterblichkeit in Hitzephasen betroffene Gruppe (PDF-S. 81, gedruckt S. 76).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Kommunale Medizinische Versorgungszentren sollen ausdrücklich sicherstellen, dass medizinische Leistungen auch in strukturschwachen oder ländlichen Regionen verfügbar sind; fehlende Anreize für Fachärzt*innen in der Fläche sollen gezielt behoben werden (PDF-S. 80–81, gedruckt S. 75–76).
Modifier Gesundheit & Pflege = Beides: Ich bin selbst regelmäßig in Behandlung und pflege Angehörige: +0,5 — Ein Landesprogramm für den barrierefreien Um- und Neubau von Praxen, Gesundheitszentren und Krankenhäusern, die gebündelte Leitzentrale, die die Zuordnung zwischen 112 und 116 117 nicht länger den Betroffenen zumutet, und die Delegation bisher ärztlicher Leistungen an Pflegeprofessionen zielen auf Menschen mit dauerhaftem Versorgungsbedarf (PDF-S. 80–81, gedruckt S. 75–76).
Die FDP setzt beim Ärztemangel auf neue Berufsbilder und Digitalisierung: Das Physician Assistant soll zum festen Baustein der ambulanten Versorgung besonders im ländlichen Raum werden und die Ausbildung an den Fakultäten in Halle und Magdeburg dafür ausgebaut werden; das Weiterbildungsnetzwerk KOMPAS soll auf Kinderheilkunde und Psychiatrie ausgeweitet, der Telenotarzt landesweit etabliert und Ersthelferapps flächendeckend ausgerollt werden. Die 44 Krankenhäuser will sie über lokale Gesundheitszentren und digitale Vernetzung spezialisierter Expertise integrativer aufstellen und die begonnene Krankenhausplanung zügig abschließen. Zugleich lehnt sie die landesweite Etablierung des Gemeindenotfallsanitäters ausdrücklich ab, will die Leitstellen von nahezu einer je Landkreis auf maximal drei bis vier reduzieren, die Hilfsfristen von der Fahrzeit auf die Versorgungsqualität umstellen und die Gleichwertigkeits- und Kenntnisprüfungen für außerhalb der EU ausgebildete Ärzte durch die vollen deutschen Examina ersetzen. In der Pflege stehen Entbürokratisierung, eine reformierte Ausbildung und eine beschleunigte Anerkennung im Programm. Als einziges Programm im Feld kündigt es damit den Rückbau bestehender Versorgungsstruktur an: Der Gemeindenotfallsanitäter soll nicht landesweit kommen, aus nahezu einer Leitstelle je Landkreis sollen drei bis vier werden, die Hilfsfrist wird nicht mehr vorrangig an der Fahrzeit gemessen, und die Kenntnisprüfung für außerhalb der EU ausgebildete Ärzte wird durch die vollen deutschen Examina ersetzt – mitten im Ärztemangel. Für Menschen, die auf Ärzte, Kliniken und Pflege angewiesen sind, wiegen diese vier Festlegungen relativ zum Feld schwerer als die neuen Berufsbilder und digitalen Angebote, die das Programm dagegensetzt.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Für die Pflege nennt das Programm den Abbau von Doppelstrukturen und Mehrfachdokumentation, eine höchstens jährliche gebündelte Berichtspflicht und risikobasierte Anlassprüfungen statt mehrfacher Regelprüfungen, um mehr Zeit für die Pflege am Menschen zu gewinnen (S. 63–64).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: -0,5 — Das Programm lehnt die landesweite Etablierung des Gemeindenotfallsanitäters ausdrücklich ab, will die Zahl der Leitstellen von nahezu einer je Landkreis auf maximal drei bis vier senken und die Hilfsfrist nicht mehr vorrangig an der Fahrzeit messen – drei Festlegungen, die die Erreichbarkeit außerhalb der Zentren betreffen (S. 62–63).
Modifier Alltagswege = Meistens mit Bus oder Bahn: +0,5 — Die Auslieferung von Medikamenten durch Apotheken mit Drohnen soll die Versorgung auch im ländlichen Raum sichern und ersetzt für Menschen ohne eigenes Fahrzeug den Weg zur Apotheke (S. 63).
Modifier Gesundheit & Pflege = Regelmäßig, z. B. wegen einer chronischen Erkrankung: +0,5 — Das Physician Assistant als fester Baustein der ambulanten Versorgung, die Ausweitung des Weiterbildungsnetzwerks KOMPAS auf Kinderheilkunde und Psychiatrie und eine praxistauglichere Telematik-Infrastruktur sollen mehr Behandlungszeit für Patientinnen und Patienten schaffen (S. 60).
Das BSW stellt der Ökonomisierung des Gesundheitswesens ein Gemeinwohlmodell entgegen: Es spricht sich gegen Klinikschließungen und gegen weitere Privatisierung aus und will Krankenhäuser, die für private Träger unattraktiv geworden sind, unverzüglich in die öffentliche Hand zurückführen. Als eigenes Landesinstrument benennt es ein Tariftreuegesetz für Krankenhäuser, das für alle am Krankenhaus Beschäftigten gelten soll – unabhängig von Beschäftigungsform oder Ausgliederung in Tochterunternehmen –, damit Versichertenbeiträge nicht als Rendite abfließen. Weiter fordert es mehr Medizin- und Psychotherapie-Ausbildungsplätze, ein Pflegeportal für die Suche nach Heimplätzen, mehr unabhängige Sozialberatung sowie klare Regeln, wie viel Angehörigen zumutbar ist und dass Sparkonten nicht automatisch aufgebraucht werden müssen. Die zentralen Forderungen – solidarische Bürgerversicherung, Vereinheitlichung der Kassenleistungen, Zusammenlegung von Krankenkassen und eine reformierte Pflegeversicherung – liegen auf Bundesebene; für die Landesebene nennt das Programm neben dem Tariftreuegesetz keine bezifferten Investitions- oder Personalzusagen.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Das Programm benennt Einsamkeit im Alter und nicht mehr bezahlbare Eigenanteile in der Pflege als Alltagsprobleme und will die Pflegeversicherung so aufstellen, dass sie den steigenden Bedarf im Alter abdeckt und der Staat sich stärker an der Finanzierung beteiligt (PDF-S. 55–57, gedruckt S. 54–56).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Programm benennt Klinikschließungen, Bettenabbau und Zentralisierung als realen Verlust an Erreichbarkeit und „weitere Schwächung des ländlichen Raums“ und begründet mehr Arzt- und Zahnarztstudienplätze ausdrücklich mit der Versorgung „vor allem im ländlichen Raum“ (PDF-S. 53 und 56, gedruckt S. 52 und 55).
Modifier Gesundheit & Pflege = Ich kümmere mich um kranke oder pflegebedürftige Angehörige: +1 — Das Programm fordert, dass Heimkosten pflegebedürftige Menschen nicht in die Armut treiben und Angehörige nicht überfordert werden, verlangt klare Zumutbarkeitsregeln, dass Sparkonten nicht automatisch aufgebraucht werden müssen, mehr unabhängige Sozialberatung bei der Antragstellung und ein Pflegeportal für die Suche nach Heimplätzen (PDF-S. 57–58, gedruckt S. 56–57).
5. Bus, Bahn & Straßen 7 Bewertungen
Die CDU will Ausbau und Modernisierung von Straßen- und Schienennetz fortsetzen: schnellstmögliche Fertigstellung von A14 und A143, sechsspuriger A14-Ausbau auf stark belasteten Abschnitten, Nordverlängerung der A71 nach Bernburg, ein Autobahnring östlich um Magdeburg, ein ICE-Anschluss für die Landeshauptstadt, ein landesweiter Brückensanierungsplan und weitere feste Elb-Querungen. Im ÖPNV soll der Sachsen-Anhalt-Takt erweitert werden und alle Ober- und Mittelzentren zuverlässig verbinden, das Deutschlandticket erhalten bleiben – wobei künftig vor allem der ländliche Raum stärker davon profitieren soll –, und ein Modellprojekt soll intelligente Lösungen für ländliche Mobilität mit autonomem Fahren, Rufverkehren, Bürgerbussen, Car- und Bike-Sharing und übergreifender App-Buchung entwickeln, perspektivisch gebündelt in einem Mobilitätsgesetz. Beim Rad sollen mehr Radwege gebaut und regionale Radwegekonzepte unterstützt werden. Ausdrücklich abgelehnt werden Tempo 30 auf innerörtlichen Durchgangsstraßen, überholte Umweltzonen und die Verbandsklage; Beträge oder Bedienstandards nennt das Programm nicht.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Freiwillige Angebote zur Verkehrssicherheit sollen ausdrücklich auch für Seniorinnen und Senioren angeboten und ausgebaut werden (PDF-S. 63, gedruckt S. 62).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Ein Modellprojekt soll intelligente Mobilitätslösungen für ländliche Regionen entwickeln und auf alle ländlichen Regionen übertragbar gestalten; beim Deutschlandticket sollen künftig vor allem die Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum stärker als bisher profitieren (PDF-S. 62–63, gedruckt S. 61–62).
Modifier Alltagswege = Fast immer mit dem Auto: +1 — Das Programm lehnt diskriminierende Fahrverbote, eine Ausweitung von Tempo 30 auf innerörtlichen Durchgangsstraßen und überholte Umweltzonen ausdrücklich ab, bekennt sich zu Technologieoffenheit „vom emissionsarmen Diesel über E-Mobilität bis Wasserstoff“ und setzt auf den Ausbau von A14, A143 und A71 sowie einen Brückensanierungsplan (PDF-S. 61–62, gedruckt S. 60–61).
Modifier Alltagswege = Meistens mit dem Rad oder zu Fuß: +0,5 — Die Zahl der gebauten Radwege soll gesteigert und regionale Radwegekonzepte stärker unterstützt werden; besonders benannt sind die Anbindung des suburbanen Raums an städtische Zentren und sichere Abstellanlagen mit Lademöglichkeiten für Fahrradpendler (PDF-S. 63, gedruckt S. 62).
Die AfD stellt den Straßenbau in den Mittelpunkt: Sie will ein Gesamtkonzept zur Refinanzierung des Investitionsstaus bei Straßen und Brücken erstellen, Planfeststellungsverfahren durch Straffung der Verwaltung drastisch verkürzen, A14, A143 und B6n beschleunigen, benannte Ortsumfahrungen wie die B107 bei Oranienbaum-Wörlitz und die B184 bei Roßlau/Tornau schneller realisieren, den Lückenschluss der B190n zwischen A14 und A39 in der Altmark umsetzen und das Verbandsklagerecht abschaffen; Baustellen sollen ausdrücklich autofahrerfreundlicher geplant werden. Zwei Zusagen betreffen unmittelbar die Landeskasse: Die Finanzierung der landesbedeutsamen Fährverbindungen soll per Gesetzesänderung von den Kommunen auf das Land übergehen, und alle Schüler sollen das Deutschlandticket erhalten – auch die, die mangels Mindestentfernung nicht an der Schülerbeförderung teilnehmen –, mit finanziellen Zuschüssen an die Kreise. Bus und Bahn will das Programm „nicht als Ersatz, aber als sinnvolle Ergänzung zum privaten PKW“ ausbauen, den Rückbau von Bahnhöfen stoppen und Strecken wie die Heidebahn reaktivieren.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Alle Schüler sollen das Deutschlandticket erhalten, auch jene, die wegen einer Wohnung näher als zwei Kilometer an der Schule bislang nicht an der Schülerbeförderung teilnehmen; den Kreisen sollen dafür finanzielle Zuschüsse gewährt werden (S. 201, Punkt 8).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Die Finanzierung der landesbedeutsamen Fährverbindungen soll per Gesetzesänderung vom Kommunal- auf den Landeshaushalt übergehen, weil sie im ländlichen Raum Brücken ersetzen; dazu kommen die „Hosenträgervariante“ in der Altmark und der Lückenschluss der B190n zur Erschließung dortiger ländlicher Räume (S. 198–200).
Modifier Alltagswege = Fast immer mit dem Auto: +1,5 — „Freie Fahrt für freie Bürger“ ist als Leitprinzip der Verkehrspolitik benannt; das Programm will Straßensanierung und Autobahnbau beschleunigen, Baustellen und Umleitungen an den Belangen der Autofahrer ausrichten und bekennt sich zum Automobil mit Verbrennungsmotor als Verkehrsmittel Nummer 1 (S. 196, 198–200).
Die SPD formuliert als Ziel eine Mobilitätsgarantie für alle Regionen und will die Bahnen im Land selbst betreiben: Das Land gründet eine gemeinsame Verkehrsgesellschaft mit der Deutschen Bahn und verzichtet auf teure Ausschreibungen, bis dahin gilt der Betriebsübergang bei Vergaben. Stilllegungen von Bahnstrecken lehnt das Programm ab, stillgelegte Strecken sollen reaktiviert und zusätzliche Haltepunkte geschaffen, Straßenbahnnetze gesichert und die Neuanschaffung von Straßenbahnen und Bussen sowie der barrierefreie Haltestellenausbau gefördert werden. Für Fuß- und Radverkehr sollen dauerhaft mindestens zehn Prozent der Landesmittel für den Straßenbau eingesetzt werden; das Deutschlandticket wird langfristig abgesichert, das Senioren-Abonnement nach dem Vorbild Mecklenburg-Vorpommerns mit rund 20 Euro pro Monat gefördert und die kostenlose Beförderung von Schülern, Auszubildenden und Freiwilligendienstleistenden angestrebt. ÖPNV-Leistungen sollen nur bei verbindlicher Anwendung der Tarifverträge vergeben werden.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Nach dem Vorbild des Landes Mecklenburg-Vorpommern soll das Land das Abonnement des Deutschlandtickets für Senioren mit rund 20 Euro pro Monat fördern – die einzige bezifferte Tarifzusage für eine Altersgruppe im Feld (PDF-S. 26, gedruckt S. 51).
Modifier Alltagswege = Meistens mit Bus oder Bahn: +1 — Mobilitätsgarantie für alle Regionen, eine landeseigene Verkehrsgesellschaft mit der Deutschen Bahn statt Ausschreibungen, die Ablehnung weiterer Streckenstilllegungen, Reaktivierungen samt zusätzlicher Haltepunkte und der barrierefreie Ausbau von Haltestellen betreffen unmittelbar die Nutzung von Bus und Bahn (PDF-S. 26, gedruckt S. 50–51).
Modifier Alltagswege = Meistens mit dem Rad oder zu Fuß: +0,5 — Mindestens zehn Prozent der Landesmittel für den Straßenbau sollen dauerhaft für Fuß- und Radverkehr eingesetzt werden, dort wo Sicherheit fehlt und Netze Lücken haben; ein landesweites geschlossenes Radverkehrsnetz mit sicheren Schulwegen wird ausgebaut (PDF-S. 26–27, gedruckt S. 51–52).
Die Linke will den Nahverkehr als kommunale Pflichtaufgabe finanzieren, jede Gemeinde an den ÖPNV anschließen und die Bundes-Regionalisierungsmittel zu 100 Prozent in Bus und Bahn des Landes lenken, wobei der Schülerverkehr zusätzlich finanziert wird. Als ersten Schritt nennt sie kostengünstige, ganzjährig geltende Schüler:innen-, Azubi-, Freiwilligendienst-, Studierenden- und Sozialtickets, einen landesweiten Tarifverbund, gedeckelte Einzelticketpreise und ein Ende der jährlichen Preissteigerungen; mittelfristig soll der ÖPNV landesweit zum Nulltarif angeboten werden. Auf der Schiene sollen stillgelegte Haltepunkte reaktiviert, Trassen stillgelegter Strecken landesplanerisch gesichert und die S-Bahn Merseburg–Leipzig realisiert werden, beim Rad der Radwegebau zwischen den Gemeinden und überregionale Verbindungen zur Landesaufgabe werden. Der Nulltarif steht allerdings unter dem Vorbehalt besserer Bundesfinanzierung und alternativer Finanzierungskonzepte.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Sozialtickets als Sofortmaßnahme, gedeckelte Preise für Einzeltickets, ein Ende der jährlichen Fahrpreissteigerungen und langfristig kostenfreier ÖPNV für alle setzen ausdrücklich an den Kosten für die oder den Einzelne:n an (S. 102).
Modifier Alltagswege = Fast immer mit dem Auto: -0,5 — Das Programm plädiert für eine Verkehrsreduzierung beim motorisierten Individualverkehr, will den ÖPNV mit hohen Qualitätsstandards gegenüber dem Auto aufwerten und Straßeninvestitionen vorrangig für Bestandserhalt sowie Rad- und Fußverkehr einsetzen; zugleich hält es fest, dass der Pkw in Dörfern ohne Anbindung wichtig bleibt und bezahlbar sein muss (S. 101 und 104).
Modifier Alltagswege = Meistens mit Bus oder Bahn: +1 — Der ÖPNV soll als Teil der Daseinsvorsorge ausgebaut, jede Gemeinde angeschlossen, Rufbusse und Anrufbusse gesetzlich ermöglicht und der Tarif mittelfristig auf null gesenkt werden – ausdrücklich, um „Menschen ohne Führerschein und Auto Mobilität“ zu ermöglichen (S. 101–102).
Die Grünen legen als einziges Programm einen bezifferten Bedienstandard vor: Der Busverkehr soll flächendeckend so ausgebaut werden, dass alle Dörfer mindestens einmal pro Stunde zuverlässig erreicht werden, nötigenfalls über On-Demand-Verkehre und Rufbusse ohne Zusatzkosten und im Deutschlandticket integriert; für städtische wie ländliche Gebiete soll ein Mindestbedienstandard eingeführt und alle Grundzentren ins ÖPNV-Landesnetz aufgenommen werden. Für den Radverkehr fordert das Programm mindestens 15 Millionen Euro pro Jahr, die zügige Umsetzung des Landesradverkehrsplans 2030, Radverkehrsbeauftragte in jedem Landkreis, begleitende Radwege als Regelfall bei Neubau und Sanierung von Landesstraßen und das Land als Baulastträger für Europaradweg R 1, Elberadweg und Saale-Radwanderweg. Beim Tarif sind ein landesweiter Verkehrsverbund, ein subventioniertes Deutschlandticket für Schüler*innen, vergünstigte Tickets für Auszubildende, Freiwilligendienstleistende und Menschen mit geringen Einkommen sowie Preissteigerungen nur noch in Höhe der Inflation vorgesehen. Angebot, Finanzierung und Preis sind damit zugleich mit Zahl, Standard und Zuständigkeit hinterlegt.
Modifier Alltagswege = Fast immer mit dem Auto: -0,5 — Das Programm fordert, dem Umweltverbund aus Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr sowie Carsharing grundsätzlichen Vorrang zu geben; für den ländlichen Raum bleibt das Auto zwar anerkannt notwendig, gefördert werden dort aber die gemeinschaftliche Fahrzeugnutzung und die Ladeinfrastruktur (PDF-S. 27–28, gedruckt S. 22–23).
Modifier Alltagswege = Meistens mit dem Rad oder zu Fuß: +1 — Mindestens 15 Mio. Euro pro Jahr für den Radwegebau, ein Radschnellwegenetz, geschützte Fahrradspuren, begleitende Radwege als Regelfall bei Landesstraßen, ein Sofortprogramm für sichere Abstellanlagen und ein eigener Abschnitt zum Fußverkehr mit landesweit ausreichend breiten Gehwegen richten sich unmittelbar an Rad- und Fußwege (PDF-S. 27–30, gedruckt S. 22–25).
Die FDP formuliert messbare Ziele: eine landesweite 30-Minuten-Erreichbarkeit der nächsten größeren Stadt, eine um 20 Prozent höhere Pünktlichkeit im Schienenpersonennahverkehr gegenüber dem Basisjahr 2025 und um 30 Prozent gesunkene Zugausfälle, batterieelektrischer Betrieb als Standard auf nicht wirtschaftlich elektrifizierbaren Strecken sowie einen ICE-Takt für Magdeburg. Das Landes-Bus-Netz soll ausgebaut und im ländlichen Raum um On-Demand-Shuttles, Rufbusse und perspektivisch autonome Kleinbusse ergänzt, Bahnhöfe zu Mobilitätszentren entwickelt und eine landesweite Mobility-as-a-Service-App mit Echtzeitdaten eingeführt werden; benannte Reaktivierungen sind die Saftbahn bis Köthen und Barby–Güterglück. Im Straßenbau hat der grundhafte Erhalt Priorität, Neubau bleibt möglich, niemand soll länger als 30 Minuten bis zur Kreisstadt oder zur Autobahn brauchen. Zugleich soll das Verbandsklagerecht durch Fristen, Präklusion und Gerichtskonzentration auf ein Mindestmaß reduziert werden; Tarifvergünstigungen nennt das Programm nicht und knüpft das Deutschlandticket an die Bedingung, dass es nicht zulasten von Qualität und Stabilität der Verkehre geht. Damit steht das Programm für die beiden Seiten des Themas gegenläufig: Auf der Angebots- und Qualitätsseite ist es das messbarste Programm nach dem Spitzenreiter, auf der Preisseite das einzige ohne jede Entlastung und mit einem Vorbehalt gegen das heute geltende Deutschlandticket. Diese Ambivalenz wird hier nicht weggemittelt, sondern benannt und über den Einkommens-Modifier aufgelöst.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Beim Fuß- und Radverkehr sollen Kreuzungen entschärft, Querungen gesichert und Wegweisungen verbessert werden – laut Programm „besonders wichtig für Kinder sowie Seniorinnen und Senioren“ (S. 65).
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Landes-Bus-Netz soll ausgebaut und die Angebote im ländlichen Raum um On-Demand-Shuttles, Rufbusse und perspektivisch autonome Kleinbusse ergänzt werden, nahtlos in die Taktverkehre integriert; Ziel ist eine landesweite 30-Minuten-Erreichbarkeit der nächsten größeren Stadt (S. 67).
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: -0,5 — Als einziges Programm im Feld nennt es keine vergünstigten oder kostenfreien Tickets für Schüler, Auszubildende, Senioren oder Menschen mit geringem Einkommen und stellt das Deutschlandticket unter den Vorbehalt, dass es nicht zulasten von Qualität und Stabilität der Verkehre gehen darf (S. 67–68).
Modifier Alltagswege = Fast immer mit dem Auto: +0,5 — Landes- und Kreisstraßen sollen grundhaft saniert statt geflickt werden, niemand soll länger als 30 Minuten bis zur Kreisstadt, zur Autobahn oder zu einer zweispurigen Bundesstraße brauchen, und bedarfsabhängige Ampelschaltungen sowie digitales Slot-Management sollen Vollsperrungen abmildern; das Programm hält fest, dass außerhalb der Städte das Auto die Mobilität der Wahl bleibt (S. 65–67).
Modifier Alltagswege = Meistens mit Bus oder Bahn: +0,5 — Für den Nahverkehr nennt das Programm Pünktlichkeit plus 20 Prozent und Zugausfälle minus 30 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2025, Bonus-Malus-Systeme mit klaren Qualitätskennzahlen, stärkere Werkstattreserven und eine Offensive für Fahrpersonal (S. 67–68).
Das BSW will einen leistungsfähigen, möglichst flächendeckenden Nahverkehr für den Erhalt der Dörfer und Kleinstädte, lehnt weitere Zerschlagungen der Bahn ab und setzt sich für eine Rückführung zentraler Mobilitätsinfrastruktur in die öffentliche Hand ein. Grund-, Mittel- und Oberzentren sollen direkt verbunden werden, mit verlässlichen Taktungen, Expressbus- und Bahnlinien und der Integration von Schiene, Bus und Rufbus in ein einheitliches Tarif- und Ticketsystem; das Deutschlandticket soll erhalten bleiben und perspektivisch günstiger werden. Für Schulkinder und Auszubildende fordert das Programm einen kostenfreien Zugang zum Nahverkehr unabhängig vom Wohnort, dazu bezahlbare Sozialtickets, den schrittweisen barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen, Haltestellen und Fahrzeugen sowie einen ausfinanzierten Bundesverkehrswegeplan einschließlich zügiger Fertigstellung der A14. Eine „erzwungene Verkehrswende“ lehnt es ab und hält fest, dass das Auto in vielen Regionen unverzichtbar bleibt. Die Punkte stehen durchweg als Zielformulierungen ohne Beträge, Fristen oder Bedienstandards im Programm.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Für Schulkinder und Auszubildende ist ein ganzjährig kostenfreier Zugang zum Nahverkehr vorgesehen – ausdrücklich unabhängig vom Wohnort und ohne bürokratische Hürden (PDF-S. 33, gedruckt S. 32).
Modifier Wohnort = In einer kleineren Stadt außerhalb des Reviers (z. B. Dessau-Roßlau, Wittenberg, Stendal, Halberstadt): +0,5 — Die Stärkung der Mittelzentren durch bessere verkehrliche Anbindung an die Oberzentren, schnelle Zubringer und den Ausbau von ÖPNV-Angeboten ist als eigenes Ziel formuliert (PDF-S. 32–33, gedruckt S. 31–32).
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Neben dem kostenfreien Nahverkehr für Schüler und Azubis fordert das Programm ausdrücklich bezahlbare Sozialtickets für Menschen mit geringem Einkommen, damit Bildung, Kultur und soziale Teilhabe nicht am Ticketpreis scheitern (PDF-S. 33, gedruckt S. 32).
Modifier Alltagswege = Fast immer mit dem Auto: +0,5 — Das Programm verfolgt eine technologieoffene Mobilitätspolitik, lehnt eine erzwungene Verkehrswende und ein pauschales Verbrennerverbot ab, hält fest, dass das Auto in vielen Regionen auf absehbare Zeit unverzichtbar bleibt, und will die Ladeinfrastruktur bedarfsgerecht und technologieoffen ausbauen (PDF-S. 32–33, gedruckt S. 31–32).
6. Polizei & Sicherheit 7 Bewertungen
Die CDU will die Landespolizei auf weit mehr als 8.100 Bedienstete ausbauen – über 7.000 im Vollzug plus mindestens 1.100 in der Polizeiverwaltung – und sie flächendeckend mit Distanz-Elektroimpulsgeräten (Tasern) ausstatten. Dazu kommen ein landesweit ermöglichter KI-gestützter Videoschutz im öffentlichen Raum, Bodycam-Einsatz auch in Wohnungen, ein behördenübergreifendes Bedrohungs- und Gefährdungsmanagement und die gesetzliche Grundlage für biogeografische DNA-Analysen. Für Brand- und Katastrophenschutz nennt das Programm Beträge (über 70 Mio. Euro für das Institut Heyrothsberge) und führt die zentrale Fahrzeugbeschaffung fort. Damit ist es das breiteste der sieben Pakete aus Personal, Befugnissen und Technik.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Der Polizei mehr Befugnisse und Technik geben: +1,5 — Kein anderes Programm im Feld weitet die polizeilichen Mittel so weit aus: Taser flächendeckend, KI-gestützter Videoschutz im öffentlichen Raum, Bodycam-Einsatz auch in Wohnungen, behördenübergreifendes Bedrohungs- und Gefährdungsmanagement und eine gesetzliche Grundlage für biogeografische DNA-Analysen.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Auf Prävention setzen und Befugnisse begrenzen: -1,5 — Wer engere Grenzen für Polizeibefugnisse will, findet im Programm die Gegenrichtung: Der Kern des Pakets sind neue Befugnisse und Überwachungstechnik; Prävention kommt als Demokratiebildung und Schülergremien vor, nicht als Ersatz für den Befugnisausbau.
Die AfD will die Landespolizei auf mindestens 7.500 Vollzugsbeamte aufstocken, Taser einführen, die Eintreffzeiten der Streifen über ein digitales Funk- und Informationssystem nach nordrhein-westfälischem Vorbild senken und den Vollzugsdienst durch Verwaltungsmitarbeiter und Tandem-Teams entlasten. Hinzu kommen ein konsequenter Warnschussarrest bei Jugendkriminalität, die Ausweitung der geplanten 30 Abschiebehaftplätze auf mindestens 300 und eine dem Ordnungsamt unterstellte freiwillige Bürgerwacht als 'dritte Säule' der Sicherheitsarchitektur. Die Mindestauszahlung aus der Feuerschutzsteuer an die Kommunen soll auf 9 Mio. Euro verdoppelt werden. Die Funktion des Polizeibeauftragten soll abgeschafft werden.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: -0,5 — Das Programm sieht vor, 'bei jeder Form der Jugendkriminalität konsequent' den Warnschussarrest von bis zu vier Wochen zu verhängen – eine Verschärfung, die sich ausschließlich gegen junge Menschen richtet.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Programm benennt den ländlichen Raum eigens: Die Zugehörigkeit zur Feuerwehr müsse dort 'besser honoriert' werden, Entschädigungen und Freistellungsansprüche sollen steigen, Feuerwehrführerscheine und Fahrerlaubnisse ab 7,5 t aus Landesmitteln gefördert werden.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Der Polizei mehr Befugnisse und Technik geben: +1,5 — Das Programm setzt durchgehend auf mehr Zugriff: Taser, konsequenter Warnschussarrest, die Verzehnfachung der Abschiebehaftplätze auf mindestens 300 und eine Bürgerwacht als 'dritte Säule' der Sicherheitsarchitektur.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Auf Prävention setzen und Befugnisse begrenzen: -1,5 — In die Gegenrichtung weist die Abschaffung des Polizeibeauftragten, also der bestehenden unabhängigen Beschwerdestelle; Präventionsangebote nennt das Kapitel nicht, der Warnschussarrest tritt ausdrücklich an ihre Stelle.
Die SPD nennt beim Polizeipersonal keine Zielzahl, sondern hält fest, ausreichende Personalstärke bleibe Voraussetzung; konkret zugesagt sind ein deutlich verbessertes Beförderungsbudget gegen den Beförderungsstau, die Ausfinanzierung der Dienstposten und eine amtsangemessene Alimentierung. Der Schwerpunkt liegt auf Entlastung von Bürokratie und auf Prävention vor Ort: kommunale Präventionsräte, Beleuchtung und sichere Verkehrswege, Häuser des Jugendrechts. Beim Bevölkerungsschutz sollen das Katastrophenschutzgesetz novelliert und umfassend ausfinanziert, Warnsysteme modernisiert und ehrenamtliche Helfer aller Organisationen gleichgestellt werden. Die Unabhängigkeit des Polizeibeauftragten soll gestärkt werden.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Mit den 'Häusern des Jugendrechts', in denen Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe Delikte minderjähriger Beschuldigter gemeinsam bearbeiten, richtet sich ein eigenes Instrument auf junge Menschen.
Modifier Wohnort = In Magdeburg oder Halle (Saale): +0,5 — Die genannten Instrumente für das Sicherheitsgefühl – städtebauliche Maßnahmen, gute Beleuchtung, sichere Verkehrswege und erreichbare Ansprechpersonen – setzen an dichter bebauten öffentlichen Räumen an.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Für den ländlichen Raum sind eigens wohnortnahe Außenstellen, mobile Beratungsangebote und digitale Zugänge im Gewaltschutz sowie eine zweite Fachstelle gegen Frauenhandel und Zwangsverheiratung im südlichen Sachsen-Anhalt vorgesehen.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Der Polizei mehr Befugnisse und Technik geben: -1 — Neue Eingriffsbefugnisse oder Überwachungstechnik enthält das Kapitel nicht; beim Personal nennt das Programm keine Zielzahl, sondern setzt auf Entlastung von Bürokratie.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Auf Prävention setzen und Befugnisse begrenzen: +1 — Der Schwerpunkt liegt auf Prävention vor Ort – kommunale Präventionsräte, Beleuchtung und sichere Verkehrswege, Häuser des Jugendrechts – und die Unabhängigkeit des Polizeibeauftragten soll gestärkt werden.
Die Linke will 500 zusätzliche Polizeistellen bis 2030, eine ausgebaute Präventionspolizei mit festen Ansprechpersonen in Schulen und Vereinen sowie mobile Polizeistationen und Bürgersprechstunden in kleineren Gemeinden. Beim Brand- und Katastrophenschutz ist ihr Programm das ausführlichste im Feld: zweckgebundene Landeszuweisungen nach transparentem Schlüssel statt Förderanträgen, ein Landesprogramm 'Kleine Wehren – Bestand sichern' und die Abschaffung der Amtshilfekostenregelung. Zusätzliche Eingriffsbefugnisse lehnt sie dagegen ab – automatisierte Datenanalyse wie Palantir, Gesichtserkennung zur Massenüberwachung und den Verfassungsschutz in seiner heutigen Form – und setzt auf Kennzeichnungspflicht, eine unabhängige Beschwerdestelle mit eigenen Ermittlungsbefugnissen und Prävention.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Programm adressiert kleinere Gemeinden ausdrücklich: mobile Polizeistationen und Bürgersprechstunden vor Ort, mobile Beratungsstellen für Schulden-, Sucht- und Familienprobleme sowie ein Landesprogramm gegen das Wegbrechen kleiner Feuerwehren.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Der Polizei mehr Befugnisse und Technik geben: -1,5 — Zusätzliche Eingriffsbefugnisse lehnt das Programm ausdrücklich ab – automatisierte Datenanalyse wie Palantir, Gesichtserkennung zur Massenüberwachung und den Verfassungsschutz in seiner heutigen Form.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Auf Prävention setzen und Befugnisse begrenzen: +1,5 — Der Schwerpunkt liegt auf Vorbeugen und Kontrolle: ausgebaute Präventionspolizei mit festen Ansprechpersonen in Schulen und Vereinen, Kennzeichnungspflicht und eine unabhängige Beschwerdestelle mit eigenen Ermittlungsbefugnissen; unter 'Jugendarbeit statt Jugendknast' sollen Streetwork und Jugendtreffs ausgebaut werden.
Die Grünen wollen den Personalausbau bis zur Zielgröße von 7.000 Vollzugsstellen fortsetzen, die Polizeiverwaltung stärken, die Polizei zur Drohnenabwehr befähigen und Fahrradstreifen fördern. Zusätzliche Eingriffsbefugnisse grenzen sie ausdrücklich ein: Massenüberwachung durch Chatkontrolle oder Gesichtserkennung, Überwachung in Stadien, auf Versammlungen und Märkten sowie die Einführung von Palantir lehnen sie ab, Taser sollen nur eine der letzten Deeskalationsmöglichkeiten sein. Der Schwerpunkt liegt auf Fehlerkultur, unabhängiger Polizeibeauftragung, Aus- und Fortbildung gegen Racial Profiling und einer wissenschaftlichen Einordnung der Kriminalstatistik; beim Katastrophenschutz fordern sie höhere Landeszuschüsse für Fahrzeuge, Gerätehäuser und Aufwandsentschädigungen.
Modifier Wohnort = In Magdeburg oder Halle (Saale): -0,5 — Die ausdrückliche Ablehnung von Überwachung in Fußballstadien, auf Versammlungen sowie bei Veranstaltungen und Märkten betrifft genau die dicht genutzten öffentlichen Räume der beiden Großstädte; zugleich sind Polizeifahrradstreifen das einzige eigens genannte Präsenzinstrument.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Die geforderte bedarfsgerechte Erhöhung der Landeszuschüsse für Einsatzfahrzeuge, Gerätehäuser und Löschwasserentnahmestellen sowie die volle Verdienstausfallerstattung für Arbeitgeber zielen auf die Freiwilligen Feuerwehren, die außerhalb der Städte die Tagesverfügbarkeit sichern müssen.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Der Polizei mehr Befugnisse und Technik geben: -1,5 — Zusätzliche Eingriffsbefugnisse grenzt das Programm ausdrücklich ein: Chatkontrolle, Gesichtserkennung, Überwachung in Stadien, auf Versammlungen und Märkten sowie die Einführung von Palantir werden abgelehnt, Taser sollen nur eine der letzten Deeskalationsmöglichkeiten sein.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Auf Prävention setzen und Befugnisse begrenzen: +1,5 — Der Schwerpunkt liegt auf Fehlerkultur, unabhängiger Polizeibeauftragung, Aus- und Fortbildung gegen Racial Profiling und einer wissenschaftlichen Einordnung der Kriminalstatistik.
Die FDP hält an der Zielzahl von 7.000 Stellen im Polizeivollzug fest – laut eigenem Programm ist dieser Aufwuchs 'fast erreicht' – und will daneben die Verwaltungsstellen im Polizeidienst auf 1.200 ausbauen sowie eine eigene Laufbahn der Polizeiverwaltungsassistenten schaffen. Sicherheitspartnerschaften zwischen Polizei und Ordnungsämtern sollen flächendeckend zum Regelfall werden. Für den Katastrophenschutz fordert sie einen rechtlich selbstständigen Landesfonds außerhalb des Haushalts und einen gesetzlich fixierten Kommunalanteil von mindestens einem Drittel der Feuerschutzsteuer. Zugleich sollen alle Waffenverbotszonen und die dort möglichen anlasslosen Personenkontrollen abgeschafft werden.
Modifier Wohnort = In Magdeburg oder Halle (Saale): -0,5 — Die geforderte Abschaffung aller Waffenverbotszonen und der dort möglichen anlasslosen Personenkontrollen betrifft ausschließlich die Innenstadtbereiche, in denen solche Zonen eingerichtet sind – in Sachsen-Anhalt Magdeburg und Halle.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Der gesetzlich festgeschriebene Mindestanteil von einem Drittel der Feuerschutzsteuer und der Landesfonds für Großschadenslagen zielen auf die Handlungsfähigkeit finanzschwacher kleiner Kommunen, die den Brandschutz überwiegend ehrenamtlich tragen.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Der Polizei mehr Befugnisse und Technik geben: -0,5 — Neue Befugnisse oder Überwachungstechnik fordert das Programm nicht; sein Beitrag zur Präsenz sind Personal und flächendeckende Sicherheitspartnerschaften zwischen Polizei und Ordnungsämtern.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Auf Prävention setzen und Befugnisse begrenzen: +0,5 — Die Abschaffung aller Waffenverbotszonen samt der dort möglichen anlasslosen Personenkontrollen nimmt der Polizei eine bestehende Eingriffsbefugnis – das ist die einzige Befugnisfrage, zu der sich das Programm festlegt.
Das BSW will die Landespolizei bis spätestens 2028 auf rund 7.000 Beamte bringen, Beförderungsstaus über eine Regelbeförderung auflösen und amtsangemessen besolden; der Schwerpunkt der Kriminalitätsbekämpfung soll bei den Strukturen und Profiteuren organisierter Kriminalität liegen. Beim Bevölkerungsschutz fordert es eine Novelle des Katastrophenschutzgesetzes mit klaren Zuständigkeiten, einen dauerhaften Landesstab für Katastrophen- und Zivilschutz, die landesweite Erfassung nutzbarer Schutzräume und die Erstübernahme der Einsatzkosten durch das Land. Eingriffsintensive Instrumente grenzt es ein: Palantir und vergleichbare automatisierte Datenverknüpfung lehnt das Programm ab, KI-gestützte Auswertungen nur bei schwersten Straftaten.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Das Programm benennt Kinder und Jugendliche ausdrücklich als Zielgruppe verbindlicher öffentlicher Aufklärung über Cyberkriminalität, Betrugsmaschen und Datensicherheit – Prävention soll nicht auf die Eltern verlagert werden.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Dieselbe Aufklärungs- und Präventionsoffensive zu Betrugsmaschen und Datensicherheit nennt ältere Menschen ausdrücklich als zweite Zielgruppe.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Land soll finanzschwache Kommunen in die Lage versetzen, stärker in Brand- und Katastrophenschutz zu investieren, und die über 1.500 Freiwilligen Feuerwehren durch höhere Ehrenamtspauschalen, medizinische Vorsorge und Rentenanrechnung stärken – Strukturen, die außerhalb der Städte den Brandschutz allein tragen.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Der Polizei mehr Befugnisse und Technik geben: -1 — Eingriffsintensive Instrumente grenzt das Programm ein: Palantir und vergleichbare automatisierte Datenverknüpfung werden abgelehnt, KI-gestützte Auswertungen nur bei schwersten Straftaten zugelassen.
Modifier Haltung zur inneren Sicherheit = Auf Prävention setzen und Befugnisse begrenzen: +1 — Der Schwerpunkt der Kriminalitätsbekämpfung soll bei den Strukturen und Profiteuren organisierter Kriminalität liegen, ergänzt um eine verbindliche öffentliche Aufklärungsoffensive zu Cyberkriminalität und Betrugsmaschen.
7. Rente, Löhne & bezahlbares Leben 7 Bewertungen
Die CDU verbindet gezielte Entlastungen mit einer Verschärfung bei den Transferleistungen. Zugesagt sind eine Grunderwerbsteuerbefreiung beim erstmaligen Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums im ländlichen Raum, eine Bundesratsinitiative für das Baukindergeld, die Kofinanzierung aller Städtebau- und Wohnraumförderprogramme des Bundes, gezielte Entlastung Alleinerziehender und sozialversicherungsfreie Zuverdienste im Rentenalter. Gleichzeitig soll die Teilnahme an Landesprogrammen zur Arbeitsmarktförderung für arbeitsfähige Leistungsbeziehende nicht länger freiwillig sein, und die 'Bürgerarbeit' als erweiterte Verpflichtung zu gemeinnütziger Arbeit soll auf Bundesebene erneut eingebracht werden. Mietpreisdeckel und weitere Eingriffe in Eigentumsrechte lehnt das Programm ausdrücklich ab.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: -0,5 — Der Grundsatz 'Fordern und Fördern' wird mit dem Ende der Freiwilligkeit bei Landesarbeitsmarktprogrammen und der bundesweiten Bürgerarbeitspflicht konkretisiert – diese Verpflichtungen treffen ausschließlich Haushalte im Leistungsbezug.
Modifier Erwerbsstatus = Gerade ohne Arbeit: -0,5 — Die Teilnahme an Landesprogrammen zur Arbeitsmarktförderung soll für arbeitsfähige Leistungsbeziehende nicht länger vom Prinzip der Freiwilligkeit abhängen; wer eine Beschäftigung verweigert, erhält ein verbindliches Arbeitsangebot.
Modifier Erwerbsstatus = Rente oder Pension: +0,5 — Für das Rentenalter sind sozialversicherungsfreie und unbürokratische Zuverdienstmöglichkeiten sowie altersfreundliche Arbeitsmodelle und Regelungen gegen Altersdiskriminierung im Berufsalltag vorgesehen.
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist zwischen 6 und 17: +0,5 — Für Familien sind eine flächendeckende, bezahlbare Kinderbetreuung, ein Masterplan für Jugendbildungsstätten mit weiterentwickelter Jugendpauschale und die gezielte Entlastung Alleinerziehender vorgesehen.
Modifier Wohnform = Zur Miete: -0,5 — Das Programm lehnt Mietpreisdeckel und 'weitere Eingriffe in Eigentumsrechte' ausdrücklich ab; für Mieterhaushalte bleiben Städtebau- und Wohnraumförderung, aber kein preisbegrenzendes Instrument.
Modifier Wohnform = Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung: +1 — Grunderwerbsteuerbefreiung beim erstmaligen Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums im ländlichen Raum, Bundesratsinitiative für das Baukindergeld und Förderung energetischer wie barrierefreier Sanierung wirken bei Eigentümerhaushalten.
Die AfD setzt bei den Lebenshaltungskosten auf Steuersenkungen und kostenfreie Leistungen für Familien: Die Grunderwerbsteuer soll von 5 auf 2,5 Prozent halbiert, Bagatellsteuern wie die Biersteuer gestrichen und neue Abgaben oder Steuererhöhungen im Land ausgeschlossen werden. Krippen und Kindergärten sollen ab dem ersten Kind kostenlos sein, Kita- und Schulessen kostenfrei, Vereinssport bis 18 Jahre kostenlos und der Eintritt in Burgen, Schlösser und Museen für Familien frei. Beim Wohnen will sie die 1:1-Kofinanzierung der Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau wiederbeleben und das Aufzugsprogramm fortführen; die Eigentumsförderung richtet sich laut Programmtext gezielt auf 'deutsche Familien'. Zu Löhnen, Tarifbindung, Mietregulierung und zur Rentenhöhe enthält das Programm dagegen keine eigenen Zusagen – die Rente wird nur in der Präambel als zu niedrig benannt.
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist unter 6: +1 — Krippen und Kindergärten sollen ab dem ersten Kind dauerhaft landesfinanziert kostenlos sein, die Mittagsverpflegung ab der Krippe ebenfalls – das ist die größte Einzelentlastung des Programms und wirkt genau in dieser Lebensphase.
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist zwischen 6 und 17: +0,5 — Für Schulkinder sind kostenfreies Schulessen, ein kostenloser Vereinssport bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und freier Eintritt der Familien in Burgen, Schlösser und Museen vorgesehen.
Modifier Wohnform = Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung: +1 — Die Halbierung der Grunderwerbsteuer von 5 auf 2,5 Prozent und die eigens angekündigten Förderinstrumente zur Steigerung der Wohneigentumsquote wirken beim Erwerb und Halten selbstgenutzten Eigentums.
Die SPD verteidigt das bestehende Tariftreue- und Vergabegesetz ausdrücklich gegen Einschränkung oder Abschaffung, will Unternehmen, die Mitbestimmung systematisch behindern, von Landesförderung ausschließen und einen solidarischen Ausbildungsfonds einführen. Für die laufenden Kosten der Haushalte setzt sie auf ein kostenloses warmes Mittagessen für alle Kinder in Kita und Schule, eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung über eine Bundesratsinitiative, günstigere Führerscheine und die Ausweitung der Stromsteuersenkung auf private Verbraucher. Beim Wohnen werden der soziale Wohnungsbau gestärkt, alle Bundesmittel kofinanziert, das Aufzugsprogramm fortgeführt und Zwangsverkäufe kommunaler Wohnungsbestände ausgeschlossen. Konkrete Beträge oder Fristen nennt das Programm dabei nicht, und zur Rente bleibt es bei der allgemeinen Zusage, Altersarmut zu bekämpfen.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Kostenloses Mittagessen für alle Kinder, die angestrebte existenzsichernde Kindergrundsicherung, ausgebaute Schuldner- und Insolvenzberatung und die Ausweitung der Stromsteuersenkung auf Privathaushalte entlasten vor allem kleine Einkommen.
Modifier Erwerbsstatus = Schule, Ausbildung oder Studium: +0,5 — Vorgesehen sind ein solidarischer Ausbildungsfonds, ein qualifiziertes Ausbildungsangebot für jeden jungen Menschen, vergütete Pflichtpraktika, eine ausgeweitete Praktikumsprämie sowie ein vergünstigtes Deutschlandticket und ein günstigerer Führerschein.
Modifier Erwerbsstatus = Angestellt oder verbeamtet: +0,5 — Für Beschäftigte sind der Erhalt des Tariftreue- und Vergabegesetzes, die Unterstützung von Betriebsratsgründungen und Sanktionen gegen Unternehmen zugesagt, die Mitbestimmung systematisch behindern.
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist unter 6: +0,5 — Das kostenlose, gesunde und warme Mittagessen für alle Kinder ist im Programm ausdrücklich auch für die Kita zugesagt und entlastet damit schon Haushalte mit Kindern unter sechs Jahren.
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist zwischen 6 und 17: +0,5 — Das kostenlose, gesunde und warme Mittagessen für alle Kinder und Jugendlichen in Kita und Schule ist die konkreteste Einzelentlastung des Programms für Haushalte mit schulpflichtigen Kindern.
Modifier Wohnform = Zur Miete: +0,5 — Für Mieterhaushalte sind der Ausbau des sozialen Wohnungsbaus, der Ausschluss von Zwangsverkäufen kommunaler und genossenschaftlicher Bestände zur Haushaltskonsolidierung und die Zusage vorgesehen, dass die klimafreundliche Wärmeversorgung 'keine zweite Miete' werden darf.
Die Linke legt das umfangreichste Paket zu Einkommen, Renten und Wohnkosten vor und benennt fast überall Zahlen: eine armutsfeste Mindestrente von 1.400 Euro, ein Rentenniveau von 53 Prozent und ein Gerechtigkeitsfonds mit Ausgleichszahlungen für ehemalige DDR-Beschäftigte, eine sanktionsfreie Kindergrundsicherung von mindestens 630 Euro sowie ein Vergabemindestlohn von 16,50 Euro, gekoppelt an Inflation und Tarifentwicklung. Bei den Wohnkosten will sie eine Landesverordnung für angespannte Wohnungsmärkte als Grundlage der Mietpreisbremse, eine Landeswohnungsbaugesellschaft, die Abschaffung der Modernisierungsumlage und der Grundsteuerumlage auf Mieter sowie einen Fonds, aus dem Heizkosten übernommen werden. Ein Teil davon liegt beim Bund, die Vergabe-, Wohnraumförder- und Verordnungsinstrumente sind jedoch Landeskompetenz.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Mindestrente, Kindergrundsicherung, der Heizkostenfonds, sozial gestaffelte Strom- und Heizpreise mit Sockeltarifen und die Vereinfachung des Wohngeldantrags setzen sämtlich an den untersten Einkommen an.
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist unter 6: +0,5 — Die sanktionsfreie Kindergrundsicherung von mindestens 630 Euro ist die einzige bezifferte Kinderleistung im Feld und wirkt ab dem ersten Lebensjahr.
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist zwischen 6 und 17: +0,5 — Die sanktionsfreie Kindergrundsicherung von mindestens 630 Euro ist die einzige bezifferte Kinderleistung im Feld und wirkt bis zur Volljaehrigkeit.
Modifier Wohnform = Zur Miete: +0,5 — Mietpreisbremse per Landesverordnung, Abschaffung der Modernisierungsumlage, Ende der Grundsteuerumlage auf Mieter:innen, warmmietenneutrale Sanierung und die Verhinderung von Zwangsräumungen sowie Strom- und Heizungssperren wirken ausschließlich im Mietverhältnis.
Modifier Wohnform = Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung: -0,5 — Fördermittel für den Wohnungsbau sollen laut Programm ausdrücklich nur für unbefristet gebundenen sozialen Mietwohnungsbau und nicht mehr für die Förderung von Eigentum verwendet werden.
Die Grünen setzen bei den Einkommen auf das bestehende Tariftreue- und Vergabegesetz, den Ausbau von Tarifbindung und Mitbestimmung auch in der Privatwirtschaft, Entgelttransparenz und soziale Arbeitsmärkte für Langzeitarbeitslose, mit dem erklärten Ziel, Niedriglöhne und Erwerbsarmut zurückzudrängen. Bei den Wohnkosten ist das Programm konkreter: Mietendeckel, ergebnisoffene Prüfung eines Mietenkatasters, erheblicher Ausbau des Wohnheimbaus für Auszubildende und Studierende, ein landesweites Moratorium für Zwangsräumungen wegen Mietschulden in öffentlichen Beständen, Housing First und Landesausfallbürgschaften für Haushalte ohne Rücklagen bei energetischer Sanierung. Zur Rente selbst enthält das Programm außer dem Bekenntnis zur Bürgerversicherung keine eigene Zusage.
Modifier Wohnform = Zur Miete: +1 — Mietendeckel, Mietenkataster, qualifizierte Mietspiegel, das Zwangsräumungs-Moratorium für öffentliche Bestände und Housing First greifen ausschließlich für Mieterhaushalte.
Modifier Wohnform = Bei Familie oder in einer WG: +0,5 — Der Wohnheimbau für Auszubildende und Studierende soll 'erheblich ausgebaut' werden – das adressiert genau die Gruppe, die mangels eigener Wohnung bei Familie oder in Wohngemeinschaften lebt.
Die FDP entlastet vor allem über Steuern und Eigentum: Senkung der Einkommensteuer per Bundesratsinitiative, steuerfreie Überstunden, ein Grunderwerbsteuer-Freibetrag für den erstmaligen Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums in Kombination mit zinsvergünstigten Darlehen der Investitionsbank, ein befristeter Altschuldenfonds für kommunale Wohnungsunternehmen und Genossenschaften sowie eine dauerhafte Modernisierungsabschreibung. Bei den Sozialleistungen geht sie den umgekehrten Weg: Das Bürgergeld beziehungsweise die neue Grundsicherung soll neu gestaltet, der Sanktionsspielraum 'konsequent ausgeschöpft' und die Ablehnung zumutbarer Arbeit mit Leistungskürzung beantwortet werden; Langzeitarbeitslose sollen zur Bürgerarbeit verpflichtet werden. Zu Mieten, Löhnen und Renten enthält das Programm keine preis- oder lohnbegrenzenden Zusagen; für Ältere setzt es auf die 'Aktivrente' und längeres Arbeiten.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: -1 — Für Haushalte im Leistungsbezug sieht das Programm ausdrücklich Leistungskürzungen bei Nichtmitwirkung und verbindliche Sanktionsmöglichkeiten vor; preis- oder lohnseitige Entlastungen enthält es für diese Gruppe nicht.
Modifier Haushaltseinkommen = Mehr als 4.000 €: +0,5 — Senkung der Einkommensteuer, steuerfreie Überstunden und der Grunderwerbsteuer-Freibetrag beim Eigentumserwerb entlasten proportional stärker, wo Steuerlast und Erwerbsfähigkeit hoch sind.
Modifier Erwerbsstatus = Selbstständig, Betrieb oder Hof: +0,5 — Das Programm fordert ausdrücklich die Gleichbehandlung von Selbstständigen und Freiberuflern beim steuerfreien Zuverdienst der 'Aktivrente', von dem sie bislang ausgenommen sein sollen.
Modifier Erwerbsstatus = Gerade ohne Arbeit: -1 — Langzeitarbeitslose sollen zur Bürgerarbeit verpflichtet werden, der Sanktionsspielraum konsequent ausgeschöpft und die Ablehnung zumutbarer Arbeit mit Leistungskürzung beantwortet werden – diese Verschärfungen treffen ausschließlich Menschen ohne Arbeit.
Modifier Kinder im Haushalt = Ja, mein jüngstes ist unter 6: +0,5 — Die familienbezogenen Aufstockungen im Förderprogramm für selbstgenutztes Wohneigentum sind das einzige eigens auf Familien zugeschnittene Instrument und zielen laut Programm besonders auf junge Familien.
Modifier Wohnform = Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung: +1 — Der Grunderwerbsteuer-Freibetrag für den Ersterwerb, kombiniert mit zinsvergünstigten Darlehen und familienbezogenen Aufstockungen der Investitionsbank, ist das zentrale Entlastungsinstrument des Programms und wirkt nur beim Eigentumserwerb.
Das BSW nennt bei Löhnen und Renten die konkretesten Zahlen nach der Linken: gesetzlicher Mindestlohn von 15,00 Euro ohne Ausnahmen, Mindestrente von 1.500 Euro nach 40 Beitragsjahren, Steuerfreiheit von Renten bis 2.000 Euro, ein Rentenniveau von mindestens 75 Prozent des Nettoeinkommens und keine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Steuerlich sollen Einkommen unter 2.000 Euro steuerfrei sein und hohe Einkommen und Vermögen progressiv belastet werden. Beim Wohnen fordert es einen bundesweiten Mietendeckel, den Ausbau des sozialen und gemeinnützigen Wohnungsbaus, ein Privatisierungsverbot für öffentlichen Wohnraum sowie Grunderwerbsteuer-Freibeträge und den Wegfall der Grundsteuer auf selbstgenutztes Wohneigentum junger Familien. Das Programm benennt selbst, dass die Renten- und Steuerentscheidungen auf Bundesebene fallen und die Landesregierung dort nur einwirken kann.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Steuerfreiheit von Einkommen unter 2.000 Euro, ein Mindestlohn von 15,00 Euro ohne Ausnahmen und die Mindestrente von 1.500 Euro setzen sämtlich an den untersten Einkommen an.
Modifier Haushaltseinkommen = Mehr als 4.000 €: -0,5 — Das Programm fordert ausdrücklich eine progressive Besteuerung hoher Einkommen und großer Vermögen sowie eine Novellierung der Erbschaft- und Schenkungsteuer; die Entlastung ist auf die unteren und mittleren Einkommen zugeschnitten.
Modifier Erwerbsstatus = Rente oder Pension: +1 — Mindestrente nach 40 Beitragsjahren, Rentenniveau von 75 Prozent, Steuerfreiheit von Renten bis 2.000 Euro und die Ablehnung von Rentenkürzungen wie eines höheren Renteneintrittsalters richten sich ausschließlich an Rentnerinnen und Rentner.
8. Strompreise & Energiewende 7 Bewertungen
Die CDU benennt als zentralen Hebel die Aufteilung der bundeseinheitlichen Strompreiszone, damit der im Land erzeugte günstige Windstrom bei Unternehmen und Haushalten in Sachsen-Anhalt ankommt; ergänzend begrüßt sie den Industriestrompreis und fordert eine bundesweite Vereinheitlichung der Netzentgelte, die Regionen mit vielen Erneuerbaren-Anlagen entlasten soll. Für die Versorgung setzt sie auf Verlässlichkeit: Festhalten am Kohleausstieg bis 2038, Bau eines Erdgas- und Wasserstoffkraftwerks, Anschluss der Chemieparks an das nationale Wasserstoffnetz und ausdrückliche Unterstützung von CCS/CCU. Eine Solarpflicht bei Neubauten und Dachsanierungen lehnt sie ab, starre Flächenbeitragswerte für Windkraft über 2027 hinaus ebenfalls. Die Preishebel liegen sämtlich beim Bund; auf Landesebene bleibt es bei Kraftwerks- und Infrastrukturvorhaben.
Modifier Wohnort = Im Mitteldeutschen Braunkohlerevier (z. B. Bitterfeld-Wolfen, Weißenfels, Zeitz): +0,5 — Das Festhalten am vereinbarten Kohleausstieg bis 2038, der zielgerichtete Einsatz der Strukturfördermittel und die weitere Förderung der stofflichen Braunkohlenutzung sind ausdrücklich als Verlässlichkeitszusage an die betroffenen Regionen formuliert.
Modifier Wohnform = Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung: +0,5 — Das Programm lehnt jede Form der Solarpflicht bei Neubauten und Dachsanierungen ab, setzt auf die Eigenverantwortung der Bauherren, will dezentrale Erzeugung samt Stromweitergabe an Nachbarn erleichtern und den Baukostenzuschuss für netzdienliche Speicher abschaffen.
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Strom muss billiger werden: +1 — Der Preis ist das Leitmotiv des Kapitels: Die Teilung der Strompreiszone soll den günstigen Windstrom des Landes bei Haushalten und Unternehmen vor Ort ankommen lassen, die bundesweite Vereinheitlichung der Netzentgelte soll die Bürger laut Programm „spürbar entlasten“, dazu kommt die Unterstützung des Industriestrompreises. Alle drei Hebel liegen beim Bund (PDF-S. 44–47, gedruckt S. 43–46).
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Erneuerbare schneller ausbauen: -1,5 — Beim Tempo bremst das Programm ausdrücklich: keine Solarpflicht bei Neubauten und Dachsanierungen, keine starren Flächenbeitragswerte für Windkraft über 2027 hinaus, dafür Festhalten am Kohleausstieg erst 2038, stoffliche Braunkohlenutzung, ein Erdgaskraftwerk und CCS/CCU als Weg (PDF-S. 44–47, gedruckt S. 43–46).
Die AfD will die Stromsteuer für alle Privathaushalte von 2,05 auf den EU-Mindestwert von 0,1 ct/kWh absenken – laut Programm ausdrücklich, um einkommensschwache Bürger zu entlasten –, neue Gaskraftwerke bauen, den Kohleausstieg stoppen und den Kohlestandort über 2038 hinaus erhalten sowie die Energieimporte aus Russland über Nord Stream wieder aufnehmen. Auf der Ausbauseite sieht das Programm ein Windkraftmoratorium ohne neue Genehmigungen vor, keine Solarparks auf Ackerland, die Abschaffung des Akzeptanz- und Beteiligungsgesetzes, das Kommunen an Erlösen beteiligt, die Abschaffung der Landesenergieagentur sowie das Ende der Wasserstoffstrategie samt Streichung der 54 Mio. Euro für das Wasserstoffnetz. Das Kapitel ist durchnummeriert und konkret; die Preisvorhaben hängen allerdings an Entscheidungen des Bundes und an der Wiederaufnahme russischer Lieferungen. Auf der Ausbauseite bleibt es zudem nicht bei einem Stopp: Mit dem Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz, der Landesenergieagentur und der Wasserstoffstrategie samt der dafür eingeplanten 54 Mio. Euro sollen drei bestehende Landesinstrumente entfallen – deshalb im Minusbereich.
Modifier Wohnort = Im Mitteldeutschen Braunkohlerevier (z. B. Bitterfeld-Wolfen, Weißenfels, Zeitz): +0,5 — Der Stopp des Kohleausstiegs, der Erhalt des Kohlestandorts über 2038 hinaus – notfalls mit importierter Braunkohle – und die Beibehaltung der Braunkohleverstromung zielen ausdrücklich auf den Erhalt der Industriearbeitsplätze im Revier.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: -0,5 — Das Windkraftmoratorium und die Abschaffung des Akzeptanz- und Beteiligungsgesetzes treffen zusammen: Neue Anlagen werden nicht genehmigt, und die gesetzlich verankerte finanzielle Beteiligung der Standortkommunen an den Erlösen entfällt – beides wirkt vor allem dort, wo Anlagen stehen oder geplant sind.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Die Absenkung der Stromsteuer von 2,05 auf 0,1 ct/kWh soll laut Programmtext ausdrücklich „vor allem einkommensschwache Bürger“ entlasten und wirkt unmittelbar auf jede Stromrechnung. Beschließen müsste sie der Bund, deshalb dieselbe Stufe wie bei gruene und linke.
Modifier Wohnform = Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung: +0,5 — Die Abschaffung des Wärmeplanungs- und des Gebäudeenergiegesetzes samt Landesausführungsgesetz nimmt Gebäudeeigentümern die Umstellungspflichten und hält Erdgas, Heizöl und Holz als Heizoptionen offen; im Gegenzug entfällt jede Förderung für Wärmepumpen — die Entlastung ist deshalb nicht einseitig.
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Strom muss billiger werden: +1 — Der Preis ist der Angelpunkt des Kapitels: Stromsteuer von 2,05 auf 0,1 ct/kWh für alle Privathaushalte mit ausdrücklicher Begründung „einkommensschwache Bürger“, dazu neue Gaskraftwerke, Stopp des Kohleausstiegs für billige Grundlast und Wiederaufnahme russischer Importe über Nord Stream. Die Entscheidungen darüber fallen sämtlich beim Bund beziehungsweise hängen an Russland — ein Landesinstrument nennt das Kapitel nicht, deshalb dieselbe Stufe wie bei cdu, gruene und bsw, die ebenfalls auf Bundesentscheidungen setzen (S. 156–163, Punkte 2–15).
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Erneuerbare schneller ausbauen: -2 — Umgekehrt will das Programm den Zubau anhalten: Windkraftmoratorium ohne neue Genehmigungen, keine Solarparks auf Ackerland, Abschaffung des Akzeptanz- und Beteiligungsgesetzes, Abschaffung der Landesenergieagentur und Beendigung der Wasserstoffstrategie mit Streichung der 54 Mio. Euro für das Wasserstoffnetz (S. 156–163, Punkte 2–15).
Die SPD verbindet Preisentlastung mit einer Standortstrategie für die energieintensive Industrie: weitgehende Deckelung der Netzentgelte, Verstetigung der Bundeszuschüsse zu den Netzentgelten über 2026 hinaus, Reduzierung der Stromsteuer für alle Haushalte und Förderung lokaler Direktabnahmeverträge. Auf der Ausbauseite soll ein Landesprogramm Städte und Landkreise bei Investitionen in Erneuerbare und bei der Gründung von Kreiswerken unterstützen, Bioenergie und Speicher sollen Vorrang vor teurem Gas bekommen, Mieterinnen und Mieter mit geringem Einkommen werden bei Balkonsolaranlagen und Speichern gefördert. Für die Chemieindustrie sind eine Task Force „Chemieindustrie in der Transformation“, eine Carbon-Management-Strategie und der Ausbau der Landesenergieagentur LENA zur Koordinierungsstelle für Wasserstoff- und CO2-Infrastruktur vorgesehen. Die Landesvorhaben sind benannt, aber ohne Beträge; die Preisforderungen richten sich an den Bund.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Die Senkung der Stromsteuer für alle Haushalte, die Verstetigung der Netzentgeltzuschüsse und die Balkonsolar-Förderung für einkommensschwache Mieterhaushalte adressieren gezielt Haushalte, bei denen die Energierechnung einen großen Budgetanteil ausmacht.
Modifier Wohnform = Zur Miete: +0,5 — Mieterinnen und Mieter mit geringem Einkommen sollen bei Balkonsolaranlagen und Speichern eigens gefördert werden; zugleich soll die klimafreundliche Wärmeversorgung ausdrücklich „keine zweite Miete“ werden.
Die Linke ist auf beiden Seiten des Themas mit eigenen Landesinstrumenten unterwegs. Beim Preis: ein verpflichtender Sockeltarif für Strom und Wärme, die Wiedereinführung der Strompreisaufsicht, ein gesetzliches Verbot von Strom- und Gassperren, ein Härtefallfonds für Energieschulden, die Senkung der Stromsteuer auf 0,1 ct/kWh, niedrigere Netzentgelte und die Überführung der Netze in öffentliche Hand. Beim Ausbau: die Landesenergieagentur soll zur Landesenergiegesellschaft mit Erzeugung, Netzen und Speichern werden, das Windflächenziel von 2,2 Prozent umgesetzt, eine Solarpflicht für Neubauten eingeführt und grüner Wasserstoff für die Chemieindustrie gefördert werden; Gaskraftwerke sind nur als Brücke mit H2-ready-Auflage und maximal 1.000 Volllaststunden vorgesehen. Die Vorhaben benennen durchgängig Instrumente statt Absichten und sind überwiegend landesrechtlich verankert.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Sockeltarif für den Grundbedarf, das Sperrverbot für Strom und Gas, der Härtefallfonds für Energieschulden, die gestärkte Energieschuldnerberatung und die Entlastung beim Austausch alter Elektrogeräte sind ausdrücklich auf Haushalte mit kleinen Einkommen zugeschnitten – das Programm nennt Energiearmut beim Namen.
Modifier Wohnform = Zur Miete: +0,5 — Für Mieterhaushalte sind der Ausbau von Balkonkraftwerken und Kleinspeichern, die Kostenfreiheit beim Smart-Meter-Rollout und das Verbot von Strom- und Gassperren eigens vorgesehen.
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Strom muss billiger werden: +0,5 — Als einzige Partei im Feld nennt das Programm direkte Preisinstrumente statt nur Forderungen an den Bund: verpflichtender Sockeltarif für den Grundbedarf, wiedereingeführte Strompreisaufsicht, gesetzliches Sperrverbot und Härtefallfonds für Energieschulden, dazu Stromsteuer auf 0,1 ct/kWh und niedrigere Netzentgelte (S. 105–109, Abschnitt „Energiepreise senken und öffentliche Verantwortung stärken“).
Die Grünen wollen Sachsen-Anhalt beim Strom bis 2030 zu 100 Prozent erneuerbar aufstellen und dafür eine Solarpflicht bei Neubauten, Energie-Sharing, Wasserstoff-Cluster mit Abnahmegarantien für die Chemie und ein H2-ready-Gaskraftwerk in Schkopau vorsehen. Beim Preis fordern sie die Senkung der Stromsteuer auf das europarechtliche Minimum, die Aufteilung der Strompreiszone sowie regionale und dynamische Netzentgelte; für Haushalte mit wenig Geld kommen ein Förderprogramm für Balkonkraftwerke für Bezieherinnen und Bezieher von Sozialleistungen, Mieterstromberatung, einkommensabhängige Sanierungsförderung und Landesbürgschaften hinzu. Gegen CCS und gegen das Braunkohle-Vorranggebiet Lützen positioniert sich das Programm ausdrücklich. Die Landesvorhaben sind benannt, die zentralen Preishebel liegen beim Bund.
Modifier Wohnort = Im Mitteldeutschen Braunkohlerevier (z. B. Bitterfeld-Wolfen, Weißenfels, Zeitz): -0,5 — Das Programm geht von einem früheren, marktgetriebenen Braunkohleausstieg als 2034 aus und will die Festlegung von Lützen als Vorranggebiet für Braunkohle im Landesentwicklungsplan streichen; als Ersatz ist ein H2-ready-Gaskraftwerk in Schkopau vorgesehen.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Das Programm legt eigens ein Förderprogramm für Balkonkraftwerke für Bezieher*innen von Sozialleistungen auf, will Sanierungen einkommensabhängig fördern und Haushalten ohne Rücklagen über Landesbürgschaften Zugang zu Finanzierungen verschaffen.
Modifier Wohnform = Zur Miete: +0,5 — Balkonkraftwerke, ausgebaute Beratung für Mieterstromprojekte und die erleichterte Einführung von Energie-Sharing zielen auf Haushalte, die keine eigene Dachfläche haben. Für Eigentum bleibt es bei ergänzender Unterstützung zu den Bundesprogrammen — kein eigener Modifier, sonst höbe der Parameter nur die Basis an, statt zu differenzieren.
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Erneuerbare schneller ausbauen: +1 — Das Programm setzt als einziges im Feld ein datiertes Ausbauziel für den Strom – 100 Prozent erneuerbar bis 2030 – und unterlegt es mit Solarpflicht im Neubau, Energie-Sharing, Mieterstrom, Inselnetzen für kleine Gemeinden und Wasserstoff-Clustern mit Abnahmegarantien (PDF-S. 21–27, gedruckt S. 16–22).
Die FDP benennt das Problem — Sachsen-Anhalt trage als Windstrom-Erzeuger eine besondere Netzkostenlast — und fordert, die Netzentgelte zwischen den Regionen fairer zu verteilen und spürbar zu senken sowie Umlagen und Abgaben zusammenzuführen; ein Landesinstrument dafür nennt das Programm nicht. Ihr energiepolitischer Schwerpunkt liegt auf langfristigen und bundesrechtlichen Vorhaben: Wiedereinstieg in die Kernenergie, ein Neubauprogramm für Small Modular Reactors mit Sachsen-Anhalt als Ansiedlungsstandort, die Ersetzung des Fracking-Verbots durch ein Genehmigungsregime und die Abschaffung der Berichtspflichten des Energieeffizienzgesetzes. Die Pflicht zur Erfüllung des Windflächenziels bis 2032 soll entfallen, wenn ein Land das Sektorenziel schon 2027 erreicht. Für Kommunen ist eine Beteiligung an Wertschöpfung und Gewerbesteuer der Anlagen vorgesehen, für waldreiche Regionen kommunale Nahwärme aus heimischem Holz.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Für waldreiche ländliche Regionen sieht das Programm kommunale Nahwärme aus heimischem Holz vor, auch über Kooperationen oder Konzessionen, samt vorausschauender Mitverlegung von Leitungen bei Tiefbauprojekten.
Modifier Wohnform = Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung: +0,5 — Die geforderte Technologieoffenheit und der Abbau von Berichtspflichten und Vorgaben im Effizienzrecht setzen an den Entscheidungen von Gebäudeeigentümern über Heiztechnik und Sanierung an.
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Strom muss billiger werden: +0,5 — Das Programm fordert eine fairere Verteilung und eine spürbare Senkung der Netzentgelte sowie die Zusammenführung von Umlagen und Abgaben, benennt dafür aber kein Landesinstrument und keine Größenordnung; die Entlastung soll aus einer Reform der Preisbildung entstehen (S. 13–14).
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Erneuerbare schneller ausbauen: -1 — Beim Zubau will das Programm die Pflicht zur Erfüllung des Windflächenziels bis 2032 entfallen lassen, sobald ein Land das Sektorenziel früher erreicht, und setzt seinen Schwerpunkt auf Kernenergie und ein SMR-Neubauprogramm statt auf Erneuerbare (S. 13–14).
Das BSW setzt bei der Kostenverteilung an: ein transparentes, verursachergerechtes Netzentgeltsystem, in dem die Netzausbaukosten nicht einseitig auf Verbraucher in stromerzeugenden und dünn besiedelten Regionen abgewälzt werden, dazu staatliche Eigenkapitalbeteiligungen, Vorrang für Freileitungen und dynamische Netzentgelte. Die CO2-Bepreisung soll ausgesetzt oder abgeschafft, ihre Einnahmen andernfalls als Klimaprämie zurückgezahlt werden; falls der Bund nicht handelt, soll ein Landesprogramm die Bürger vor den Mehrbelastungen des EU-Emissionshandels ab 2028 schützen. Beim Ausbau will es einen technologieoffenen Mix mit gesicherter Leistung, Photovoltaik vorrangig auf Dächern und versiegelten Flächen, Repowering statt Zubau in der Fläche, die Abschaffung des EEG zugunsten von Investitionszuschüssen sowie Lithiumförderung in öffentlicher Hand mit regionaler Wertschöpfung bis zur Batteriefertigung.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Bürger- und Gemeindekraftwerke sollen „insbesondere im ländlichen Raum“ gestärkt werden, und die Wärmewende soll regional angepasst werden, weil der Ausbau von Fernwärmenetzen in gewachsenen ländlichen Siedlungsstrukturen als unrealistisch bewertet wird.
Modifier Haushaltseinkommen = Weniger als 1.500 €: +0,5 — Das Programm benennt ausdrücklich, dass die CO2-Abgabe „vor allem Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen“ trifft, und leitet daraus Aussetzung beziehungsweise Klimaprämie sowie ein Landesentlastungsprogramm ab, falls der Bund nicht handelt.
Modifier Wohnform = Im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung: +0,5 — Statt Fernwärmeanschluss setzt das Programm auf dezentrale Wärmepumpen als „endkundenfreundlichere“ Lösung und will kostenintensive Vorgaben im Energie- und Emissionsrecht überprüfen – beides betrifft die Investitionspflichten von Gebäudeeigentümern.
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Strom muss billiger werden: +1 — Die Entlastung läuft über die Kostenverteilung statt über einen direkten Preishebel: verursachergerechte und dynamische Netzentgelte, staatliche Eigenkapitalbeteiligung an den Netzen, Aussetzung der CO2-Bepreisung beziehungsweise Klimaprämie. Das einzige Landesinstrument – ein Ausgleichsprogramm gegen die Mehrbelastungen des EU-Emissionshandels ab 2028 – ist ausdrücklich als Auffanglösung formuliert, falls der Bund nicht handelt (PDF-S. 23–28, gedruckt S. 22–27).
Modifier Haltung zur Energiepolitik = Erneuerbare schneller ausbauen: -1 — Das Programm will den Zubau in der Fläche durch Repowering ersetzen, Photovoltaik vorrangig auf Dächer und versiegelte Flächen lenken, das EEG abschaffen und stattdessen Investitionszuschüsse zahlen und beim Strommix auf gesicherte Leistung setzen – der Ausbau geht weiter, aber langsamer und anders gesteuert (PDF-S. 23–28, gedruckt S. 22–27).
9. Demokratie & Vertrauen in den Staat 7 Bewertungen
Die CDU adressiert das Vertrauen in den Staat vor allem über die Leistungsfähigkeit der Verwaltung: vollständige Digitalisierung von Genehmigungs- und Vergabeverfahren, Einführung einer Genehmigungsfiktion, zeitliche Bearbeitungsfristen, ein Berichtsmoratorium mit befristeten und neu zu begründenden Berichtspflichten, Stichproben statt Verwendungsnachweisprüfung sowie digitale Zwillinge in der Raumordnung. Digitale Angebote des Landes sollen durchgehend barrierefrei sein, digitale Beteiligungsformate hinzukommen. Die Kommunen bezeichnet das Programm als 'Herzkammern der Demokratie' und will ihre Selbstverwaltung durch Pauschalzahlungen und Experimentierklauseln stärken. Instrumente der direkten Demokratie – niedrigere Quoren, Bürgerräte, ein Lobbyregister – enthält das Programm nicht; auf Bundesebene soll das Verbandsklagerecht abgeschafft werden.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Ein Förderprogramm nach dem Vorbild des 'Magdeburger Rechts' soll demokratisches Zusammenleben bereits im Grundschulunterricht erlebbar machen; die Justiz soll als fester Bildungspartner der Schulen etabliert werden.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Das Programm sagt zu, den digitalen Zugang für Seniorinnen und Senioren durch benutzerfreundliche und altersgerechte Angebote zu verbessern und analoge Kontaktmöglichkeiten weiterhin vorzuhalten; zugleich soll die Seniorenmitwirkung gemeinsam mit den Kommunen gestärkt werden.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Für die Fläche sind der Erhalt aller Gerichts- und Staatsanwaltschaftsstandorte, ein Startgeld für Kanzleigründungen in unterversorgten Landkreisen sowie ausdrücklich wohnortunabhängige barrierefreie digitale Landesangebote vorgesehen.
Modifier Haltung zur Demokratie = Mehr direkte Abstimmungen und Mitbestimmung: -0,5 — Setzt beim Vertrauen in den Staat auf die Leistungsfähigkeit der Verwaltung — Genehmigungsfiktion, Bearbeitungsfristen, Berichtsmoratorium, digitale Beteiligungsformate; Instrumente der direkten Demokratie enthält das Programm nicht (PDF-S. 54–56, gedruckt S. 53–55).
Modifier Haltung zur Demokratie = Ein Staat, der funktioniert und nachprüfbar ist: +0,5 — Setzt beim Vertrauen in den Staat auf die Leistungsfähigkeit der Verwaltung — Genehmigungsfiktion, Bearbeitungsfristen, Berichtsmoratorium, digitale Beteiligungsformate; Instrumente der direkten Demokratie enthält das Programm nicht (PDF-S. 54–56, gedruckt S. 53–55).
Das Programm enthält beides. Auf der einen Seite sollen Quoren und Hürden für Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide auf Landesebene abgesenkt, Fristen verlängert und digitale Unterschriftensammlungen ermöglicht werden; eine Beteiligungsplattform des Landes soll Online-Petitionen ermöglichen, die ab 3.000 Unterstützern ein Rederecht im Landtag begründen, und alle Ausschusssitzungen sollen live übertragen und alle Abstimmungen veröffentlicht werden. Auf der anderen Seite sollen bestehende Verfahren eingeschränkt werden: Briefwahl nur noch bei glaubhaft gemachter Verhinderung am Wahltag, ein Erstanmelderprinzip mit Mindestdistanz für Gegendemonstrationen, Meinungsäußerungen auf öffentlichen Aufzügen grundsätzlich nur in deutscher Sprache, Vereinsförderung nur gegen eine 'Demokratie- und Patriotismuserklärung' sowie die Abschaffung der Verfassungsschutzberichte bei gleichzeitiger Beschränkung des Verfassungsschutzes auf verdeckte Arbeit. Die Ausweitungen betreffen künftige Verfahren, die Einschränkungen dagegen Instrumente, die heute genutzt werden.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Die geplante digitale Beteiligungsplattform des Landes für Online-Petitionen, digitale Unterschriftensammlungen und die Live-Übertragung aller Ausschusssitzungen setzen auf digitale Zugangswege.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: -0,5 — Briefwahl soll künftig nur noch möglich sein, wer glaubhaft macht, am Wahltag aus triftigen Gründen verhindert zu sein – das trifft zuerst diejenigen, die den Weg ins Wahllokal aus gesundheitlichen oder Mobilitätsgründen scheuen.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Programm fordert eine verbindliche Mindestfinanzausstattung für jede Kommune, ein Sonderprogramm zum Abbau alter Kassenkredite, eigene Steuern für die Landkreise und die ausdrückliche Einbindung der Bürger auch in entlegenen Ortschaften.
Modifier Haltung zur Demokratie = Mehr direkte Abstimmungen und Mitbestimmung: +0,5 — Will Quoren und Hürden für Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide absenken und digitale Unterschriftensammlungen ermöglichen; gegenläufig sollen heute genutzte Verfahren wie die Briefwahl eingeschränkt werden — deshalb nur ein kleiner Ausschlag (S. 130–139).
Modifier Haltung zur Demokratie = Ein Staat, der funktioniert und nachprüfbar ist: -0,5 — Will Quoren und Hürden für Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide absenken und digitale Unterschriftensammlungen ermöglichen; gegenläufig sollen heute genutzte Verfahren wie die Briefwahl eingeschränkt werden — deshalb nur ein kleiner Ausschlag (S. 130–139).
Die SPD will Bürgerräte nach bewährten Vorbildern einführen, die Hürden für Volksbegehren und Volksentscheide senken und mit einem Paritätsgesetz die gleiche Repräsentation von Frauen und Männern in den Parlamenten des Landes verankern. Das Ehrenamt soll über einen ausgebauten Engagementfonds, strukturell geförderte Freiwilligenagenturen und ein angestrebtes Ehrenamtsgesetz gestärkt werden. Für den Schutz der Demokratie sind das fortgeführte Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit mit mehrjähriger Projektförderung, eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft Rechtsextremismus, die Sensibilisierung kommunaler Amtsträger für 'völkische Landnahme' und die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens per Bundesratsinitiative vorgesehen. Beim Vertrauen in den Staat setzt sie auf Verwaltungsmodernisierung mit Ende-zu-Ende-Digitalisierung, Erläuterungen in Einfacher Sprache und das Ende der 'Projektitis' zugunsten institutioneller Förderung von Daueraufgaben.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Für junge Menschen sind eine armutsfeste Erhöhung von Taschengeld und Verpflegungszuschuss in den Freiwilligendiensten, ein Rechtsanspruch auf einen Platz im Freiwilligendienst sowie ausgebaute Demokratie- und Medienbildung an Schulen vorgesehen.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Seniorenbeiräte sollen dauerhaft finanziert und als Teil demokratischer Praxis anerkannt werden; die Strategie gegen Einsamkeit adressiert ausdrücklich den Rückzug aus dem öffentlichen Leben als Gefahr für demokratische Teilhabe.
Modifier Wohnort = In einer kleineren Stadt außerhalb des Reviers (z. B. Dessau-Roßlau, Wittenberg, Stendal, Halberstadt): +0,5 — Die Ansiedlung von Landesbehörden und Verwaltungseinheiten in Mittelzentren wird ausdrücklich als Instrument gegen Abwanderung und für die Erreichbarkeit öffentlicher Dienstleistungen benannt.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Dorf-Manager-Programm soll um Gemeinwesenarbeit und die Sensibilisierung für rechtsextreme Sozialraumstrategien erweitert werden; zugleich sollen Landesbehörden gezielt in ländlichen Regionen angesiedelt bleiben, um Erreichbarkeit und Arbeitsplätze vor Ort zu sichern.
Modifier Haltung zur Demokratie = Mehr direkte Abstimmungen und Mitbestimmung: +0,5 — Will Bürgerräte nach bewährten Vorbildern einführen und die Hürden für Volksbegehren und Volksentscheide senken; der Schwerpunkt des Kapitels liegt aber auf Ehrenamt, Förderprogrammen und Verwaltungsmodernisierung (PDF-S. 22–23, gedruckt S. 42–45).
Modifier Haltung zur Demokratie = Ein Staat, der funktioniert und nachprüfbar ist: -0,5 — Will Bürgerräte nach bewährten Vorbildern einführen und die Hürden für Volksbegehren und Volksentscheide senken; der Schwerpunkt des Kapitels liegt aber auf Ehrenamt, Förderprogrammen und Verwaltungsmodernisierung (PDF-S. 22–23, gedruckt S. 42–45).
Die Linke legt das konkreteste Beteiligungspaket vor: Absenkung der Quoren für Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid, ein neues Instrument 'Einwohner:inneninitiative', mit dem 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner eine Befassung der Landtags-Fachausschüsse erzwingen können, Zustimmungsquoren von höchstens 1 Prozent für Einwohneranträge und 5 Prozent für Bürgerbegehren sowie ein aktives Wahlalter von 14 Jahren auf Kommunal- und Landesebene. Neben dem Petitionsausschuss soll ein Bürgerbeauftragter als direkte Beschwerdeschnittstelle zur Verwaltung eingeführt werden. Dazu kommen ein Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts mit Ehrenamtsfonds und Kommunalbudget, deutlich mehr Mittel für die politische Bildung, Ortschaftsräte mit eigenem Budget, Stadtteilbezirksbeiräte in Städten ab 70.000 Einwohnern und eine kommunale Pauschalförderung statt der bisherigen Antragslogik.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Das aktive Wahlalter soll auf Kommunal- und Landesebene auf 14 Jahre gesenkt werden; zusätzlich soll jeder Jugendliche bis zum Ende der Schulzeit mindestens einmal eine NS-Gedenkstätte besuchen können und die politische Bildung gezielt Online-Angebote für junge Leute entwickeln.
Modifier Haltung zur Demokratie = Mehr direkte Abstimmungen und Mitbestimmung: +1 — Quoren für Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid absenken, neue Einwohner:inneninitiative ab 1.000 Unterschriften, Zustimmungsquoren von höchstens 1 bzw. 5 Prozent und Wahlalter 14 — das konkreteste Paket neuer Abstimmungsrechte im Feld (S. 13–16).
Modifier Haltung zur Demokratie = Ein Staat, der funktioniert und nachprüfbar ist: -1 — Quoren für Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid absenken, neue Einwohner:inneninitiative ab 1.000 Unterschriften, Zustimmungsquoren von höchstens 1 bzw. 5 Prozent und Wahlalter 14 — das konkreteste Paket neuer Abstimmungsrechte im Feld (S. 13–16).
Die Grünen wollen Bürgerräte landesweit als festen Bestandteil der Landes- und Kommunalpolitik etablieren, deren Empfehlungen von Entscheidungsträgern berücksichtigt werden müssen, dazu Bürgerhaushalte, Jugendparlamente und ein Lobbyregister auf Landesebene. Das aktive Wahlrecht soll bei Landtags- und Kommunalwahlen ab 14 Jahren gelten, das passive kommunal ab 16, die Quoren für Bürgerentscheide sollen sinken. Sitzungen der Stadträte kreisfreier Städte und Mittelzentren sowie der Kreistage sollen live übertragen und digital abrufbar sein, Ortschaftsräte verbindliche Budgets und Fragerechte erhalten. Beim Umgang mit der AfD fordern sie, dass das Land ein Verbotsverfahren über den Bundesrat initiiert oder entsprechende Anträge unterstützt, und wollen eine bundesweite Taskforce zur Dokumentation sowie eine zentrale Bündelung von Disziplinarverfahren im öffentlichen Dienst.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Wahlrecht ab 14 bei Landtags- und Kommunalwahlen, passives Wahlrecht kommunal ab 16, Jugendparlamente, Drittelparität in Schulkonferenzen, verpflichtender Sozialkundeunterricht von Klasse 5 bis 12/13 und Austauschprogramme unabhängig vom Geldbeutel richten sich sämtlich an junge Menschen.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: +0,5 — Der Landesaktionsplan gegen Einsamkeit nennt Senior*innen ausdrücklich als betroffene Gruppe und bündelt aufsuchende Altenhilfe, Mobilitätshilfen und Begegnungsorte, weil soziale Isolation laut Programm Radikalisierung fördern kann.
Modifier Wohnort = In einer kleineren Stadt außerhalb des Reviers (z. B. Dessau-Roßlau, Wittenberg, Stendal, Halberstadt): +0,5 — Die geforderte Live-Übertragung und digitale Bereitstellung von Sitzungen betrifft ausdrücklich die Stadträte der kreisfreien Städte und Mittelzentren sowie die Kreistage.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Für Dörfer sind ein eigenes Dialogformat 'Parlament der Dörfer', verbindliche Ortschaftsratsbudgets mit Entscheidungskompetenzen, moderne Dorfzentren und ein Landesprogramm für Begegnungsorte vorgesehen – das Programm formuliert dazu: 'Wo Menschen erreichbar bleiben, bleibt auch die Demokratie erreichbar.'
Modifier Haltung zur Demokratie = Mehr direkte Abstimmungen und Mitbestimmung: +1 — Bürgerräte, deren Empfehlungen von Entscheidungsträgern berücksichtigt werden müssen, Wahlrecht ab 14, passives Wahlrecht kommunal ab 16 und niedrigere Quoren für Bürgerentscheide — ein breites Paket neuer Beteiligungs- und Abstimmungsrechte (PDF-S. 35–40, gedruckt S. 30–35).
Modifier Haltung zur Demokratie = Ein Staat, der funktioniert und nachprüfbar ist: -1 — Bürgerräte, deren Empfehlungen von Entscheidungsträgern berücksichtigt werden müssen, Wahlrecht ab 14, passives Wahlrecht kommunal ab 16 und niedrigere Quoren für Bürgerentscheide — ein breites Paket neuer Beteiligungs- und Abstimmungsrechte (PDF-S. 35–40, gedruckt S. 30–35).
Die FDP setzt beim Vertrauen in den Staat fast ausschließlich auf Verwaltungsleistung und macht das mit Fristen messbar: verbindliche Entscheidungsfristen für zentrale Genehmigungen, online verfolgbarer Bearbeitungsstand, Ablösung der 20 wichtigsten Behördengänge durch digitale Prozesse bis 2027, Registermodernisierung nach dem Once-Only-Prinzip, Außerkrafttreten aller untergesetzlichen Regelungen älter als zehn Jahre Ende 2027 und eine App, die den Bürokratieabbau nachprüfbar macht. In der Justiz soll die E-Akte spätestens 2030 flächendeckend eingeführt und alle Gerichtsstandorte erhalten werden. An Beteiligungsinstrumenten nennt das Programm das aktive Wahlalter ab 16 bei Landtagswahlen, eine konkretere Rechtsgrundlage für Jugendparlamente und -beiräte sowie langfristig ein Landesjugendparlament; direkte Demokratie, Bürgerräte oder ein Lobbyregister kommen nicht vor. Der Grundsatz 'Digital only' sieht zudem vor, dass Leistungen künftig ausschließlich digital angeboten werden können.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Das aktive Wahlalter bei Landtagswahlen soll auf 16 Jahre gesenkt, die Rechtsgrundlage für Jugendparlamente und -beiräte konkreter gefasst und langfristig ein Landesjugendparlament mit echter Mitbestimmung auf Landesebene eingeführt werden.
Modifier Altersgruppe = 65 oder älter: -0,5 — Der Grundsatz 'Digital only' sieht vor, dass die Verwaltung digital verfügbare Leistungen ausschließlich digital anbieten kann – Postweg und E-Mail entfallen; als Rückfalloption bleibt nur die Erfassung vor Ort in der Verwaltung.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Programm begründet die konsequente Automatisierung von Verwaltungsvorgängen ausdrücklich damit, dass so 'auch kleine Orte zukunftsfähig werden', und sagt den Erhalt aller vorhandenen Gerichtsstandorte zu.
Modifier Haltung zur Demokratie = Mehr direkte Abstimmungen und Mitbestimmung: -1 — Macht Verwaltungsleistung mit Fristen messbar — verbindliche Entscheidungsfristen, online verfolgbarer Bearbeitungsstand und eine App, die den Bürokratieabbau nachprüfbar macht; direkte Demokratie, Bürgerräte oder ein Lobbyregister kommen nicht vor (S. 43–45).
Modifier Haltung zur Demokratie = Ein Staat, der funktioniert und nachprüfbar ist: +1 — Macht Verwaltungsleistung mit Fristen messbar — verbindliche Entscheidungsfristen, online verfolgbarer Bearbeitungsstand und eine App, die den Bürokratieabbau nachprüfbar macht; direkte Demokratie, Bürgerräte oder ein Lobbyregister kommen nicht vor (S. 43–45).
Das BSW will Volksinitiativen und Volksbegehren nach Artikel 80 und 81 der Landesverfassung erleichtern, die Quoren senken, Vertreter erfolgreicher Volksinitiativen verpflichtend im Landtag anhören und – als weitestgehende Einzelforderung im Feld – Volksentscheide für Regierung und Parlament rechtlich bindend machen. Kommunal sollen Bürgerbudgets und Bürgerentscheide durch finanzielle Zuschüsse ausgebaut, Bürgerräte auf Landes- und Kommunalebene regelmäßig eingesetzt und öffentliche Anhörungen zu Gesetzesvorhaben zur Regel werden. Beim Verfassungsschutz fordert es die Abschaffung der Kategorie 'verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates' und eine unabhängige Expertenkommission zur Frage, ob der polizeiliche Staatsschutz die Terrorismusbekämpfung besser erfüllen kann. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verlangt es einen parteiferneren Rundfunkrat, klare Trennung von Nachricht und Meinung und einen stabilen Beitrag.
Modifier Altersgruppe = 18 bis 29: +0,5 — Unter der Überschrift Generationengerechtigkeit fordert das Programm eine verbindliche Verantwortungsprüfung für kommende Generationen bei Landesgesetzen und Haushaltsentscheidungen sowie die konsequente Einbeziehung junger Menschen; ergänzend sollen Online-Beteiligungsplattformen unabhängig und barrierefrei ausgebaut werden.
Modifier Wohnort = In einem Dorf außerhalb des Reviers: +0,5 — Das Programm will Bürgerdialoge ausdrücklich in 'Regionen mit strukturellen Problemen' zur Regel machen und Bürgerbudgets sowie Bürgerentscheide auf kommunaler Ebene durch finanzielle Zuschüsse überhaupt erst finanzierbar machen.
Modifier Haltung zur Demokratie = Mehr direkte Abstimmungen und Mitbestimmung: +1 — Will Volksentscheide für Regierung und Parlament rechtlich bindend machen — die weitestgehende Einzelforderung im Feld —, die Quoren senken und Bürgerbudgets sowie Bürgerentscheide finanziell bezuschussen (PDF-S. 11–14, gedruckt S. 10–13).
Modifier Haltung zur Demokratie = Ein Staat, der funktioniert und nachprüfbar ist: -1 — Will Volksentscheide für Regierung und Parlament rechtlich bindend machen — die weitestgehende Einzelforderung im Feld —, die Quoren senken und Bürgerbudgets sowie Bürgerentscheide finanziell bezuschussen (PDF-S. 11–14, gedruckt S. 10–13).
Kompletter Datensatz zum Download:
Offenes Format — Struktur und Mitmach-Anleitung unter /mitmachen.